Paul Nellen / 22.03.2016 / 13:00 / 1 / Seite ausdrucken

Der Leipziger Buchpreisträger Heinrich August Winkler zum Thema Obergrenzen

In meiner vor ein paar Wochen auf der Achse des Guten formulierten Kritik an der (auch grünen) Zurückweisung des Gedankens der Obergrenze kann ich mich auch durch den Leipziger Buchpreisträger Heinrich August Winkler bestätigt sehen, der ganz ähnliche Gedanken in seiner Dankesrede zur Preisverleihung formulierte wie ich auf der "Achse". Ich zitiere aus der Rede des Historikers (erreichbar über die Website des DLF per Datum März, 20., 17:05 Uhr /KULTURZEIT :

"Das wirtschaftlich starke Deutschland aber sollte auch dann Flüchtlingen nach besten Kräften helfen, wenn es damit in der EU in der Minderheit bleibt. Nach besten Kräften – d.h. auch, dass eine humanitäre Asylpolitik, die nachhaltig sein will, darauf achten muss, dass die Bedingungen ihrer Möglichkeit auch morgen und übermorgen noch gesichert sind. Zu diesen Bedingungen gehört nicht nur die Beachtung der Grenzen der Aufnahme- und Integrationsfähigkeit, sondern auch der politische Rückhalt in der Bevölkerung, auf den Regierungen und Parlamente in demokratischen Staaten geradezu existenziell angewiesen sind. In seinem berühmten Vortrag "Politik als Beruf" hat Max Weber 1919 die verantwortungsethische Position im Unterschied zur gesinnungsethischen als die Einsicht beschrieben, dass man für die voraussehbaren Folgen seines Handelns aufzukommen hat. Eine nachhaltige, ihrer möglichen innenpolitischen Folgen bewusste Asylpolitik muss also alles tun, damit das Vertrauen der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit des Staates erhalten bleibt."



Link zum Fundstück
Leserpost (1)
Thea Wilk / 22.03.2016

Vielen Dank für dieses Fundstück. Die Rede gibt es auf der DLF-Seite nur als Audio und nach einem ersten Hören habe ich das sehr bedauert. Denn zusätzlich zu dem Zitat, welches Sie hier als Fundstück aufgeschrieben haben, hatte ich den Eindruck, dass diese Rede noch einige andere Passagen enthält, die es verdient haben, dass man sich - gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation - intensiver mit ihnen beschäftigt. Und wenn ich einen geschriebenen Text vor mir liegen habe, fällt mir die intensive Beschäftigung damit leichter als bei den gesprochenen Worten einer Rede. Und auch in der (Medien)Öffentlichkeit “verwehen” in einer Rede (bloß) gesprochene Worte schneller. Und u.a. der Passage, die Sie hier als Fundstück aufgeschrieben haben, wäre eine nachhaltigere Wirkung zu wünschen. Nochmal Danke für das Fundstück.

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