Peter Grimm / 07.11.2017 / 10:00 / 10 / Seite ausdrucken

„Freundlichkeit wird als Schwäche missdeutet“

Die SPD bemüht sich derzeit darum, die Stimme ihrer Mitglieder zu vernehmen, und veranstaltet dazu sogenannte Regionalkonferenzen. „Wir wollen nach vorn diskutieren, was eine SPD ausmacht, die von den Menschen gebraucht wird.“ Die Veranstaltungen sind „nicht presseöffentlich“, was bedauerlich ist.

Deshalb hier eine kleine Ein-Mann-SPD-Regional-Konferenz mit Richard Schröder. Er war unter anderem SPD-Fraktionsvorsitzender in der letzten DDR-Volkskammer, Theologieprofessor und zeitweise Landesverfassungsrichter in Brandenburg. Achgut.Pogo hat mit ihm über die Migrationsfrage diskutiert, die im Moment alle anderen Sorgen der Menschen überlagert.   

Schöders Analyse der Situation zeigt auf, wie Politik auch funktionieren könnte. In klarer Sprache und mit klarem Verstand werden die Probleme benannt – und ohne Ressentiment wird erklärt, wie ein funktionierender Rechtsstaat mit der Situation umgehen müsste. „Freundlichkeit wird als Schwäche missdeutet“, sagt Schröder, er hoffe darauf, dass die Bereitschaft wachse, sich humane, aber dennoch Einwanderungs-restriktive Maßnahmen auszudenken, „gerade um denen weiterhin helfen zu können, die wirklich Hilfe brauchen“.

Leserpost (10)
Ludwig Watzal / 08.11.2017

Es scheint doch noch Einen vernünftigen Sozialdemokraten in der BRD zu geben. Schade, dass die Wähler Martin Schulz nicht auf zehn Prozent gedrückt haben, dann hätte er sich die Zukunftsdebatten der SPD auf den so genannten Regionalkonferenzen sparen können, die sowieso reine Farce sind. Dass man einem Looser und EU-Apparatischik die Zukunft der SPD anvertraut, zeigt, wie personell marode diese Partei ist. Warum nicht gleich Stegner und Maas an die Macht?

Ulrich Zedler / 07.11.2017

In dem Kulturkreis, aus dem die problematischen jungen „Männer“ kommen die hierher einwandern, wird Freundlichkeit nicht verstanden und als Schwäche, Lächerlichkeit und Beliebigkeit missinterpretiert. Hierzulande ist man freundlich, um Verbindlichkeit herzustellen, Vertrauen, aber auch Respekt und Ehrlichkeit abzufordern. Der fremden Kultur kann man nur begegnen mit sachlicher, unmißverständlicher und ganz klarer Ansage, also einem engen, deutlich kommunizierten Rahmen: Hier gelten unserer Regeln. Wer sie einhält wird Erfolg haben, wer nicht bekommt massiv und sofort spürbaren Ärger, und wird nicht belohnt oder mit Nichtbeachtung durchkommen gelassen. Frechheit, Unverschämtheit und Drohung führen in unserem Land unmittelbar in die Sackgasse, und nicht zum Erfolg. Polizei und vor allem Justiz müssen diesen Herren gegenüber ganz anders aufgestellt werden, nämlich auf unmittelbare direkte Reaktion bei jeglichem Fehlverhalten. Klare Ansage, im Wiederholungsfall: direkte Konsequenzen, unmittelbar, zeitlich sofort folgend.  Eine Justiz die 1,5 Jahre nach einer Tat straft, vielleicht sogar auf Bewährung, wird von solchen Menschen als absurd und sinnfrei verlacht. Westliche Kuschelsozialpädagogik kann man da vergessen. Die funktioniert höchstens, wenn die Betreffenden jahrzehntelanger Sozialisation darauf konditioniert worden wären, und das sind sie nun mal nicht.

Sepp Kneip / 07.11.2017

Warum sind solche Leute wie Herr Schröder nicht mehr in der Politik? Gut, er hat sein Rentenalter erreicht und seinen Ruhestand auch verdient. Nun frage ich mal anders: Warum wachsen solche Politiker nicht wieder nach? Politiker, die die Realität im Sinn haben, die nicht in Wolkenkucksheimen leben, Politiker mit Charisma und Autorität. Nein, die gibt es nicht mehr. Man muss sich diese Eigeschaften erkämpfen. Das macht heute keiner mehr. Man sclägt die Partei-Karriere ein und dienert sich nach oben. Eine solche Klarheit in der Aussage zur “Flüchtlings”-Politik habe ich noch von keinem anderen Politiker gehört. Klar in Wort und Sinn. Warum hört man solches nicht in den Jamaika-Gesprächen? Warum wird immer nur rumgeschwurbelt, damit man ja nicht in Verdacht kommt, AfD-Positionen zu vertreten. Was Richard Schröder sagt, isr AfD pur. Verbreitet er damit rechtes Gedankengut? Mitnichten. Er ist nur realistisch, wenn er feststellt, dass Freundlichkeit als Schwäche missdeutet wird. Zum Schaden Deutschlands und seiner Bürger. In der Jamaika-Runde wäre die Möglichkeit für den einen oder anderen Politiker gegeben, einmal Tacheles zu reden. Einmal zu zeigen, dass man verstanden hat, was der Bürger will. Einmal in eine Persönlichkeit mit Charisma und Autorität hineinzuwachsen. Der Bürger und Wähler würde es ihm danken.

Rudolf Zitzmann / 07.11.2017

Richard Schröder war schon immer einer der wenigen Menschen in der SPD der Situationen rein rational analysieren konnte und auf jegliche überflüssige “emotionale und moralistische” Aspekte verzichtete. Natürlich hat er recht. Die Kultur in Vorderasien, im arabischen Raum hin bis nach Pakistan ist eben eine andere. Wer etwas umsonst gibt ist dumm und muß ausgenutzt werden, Freundlichkeit ist Schwäche das begreift man in Europa und besonders im Bundeskanzleramt nicht.

Andreas Rochow / 07.11.2017

Was Richard Schröder vorträgt, ist logisch, vernünftig und entspricht dem selbstverständlichen Konsens, der im Willkommenskulturjubel entfesselter Aktivisten zum Verstummen verurteilt war. Als “Dissident” kann der SPD-Genosse und evangelische Theologe allerdings nicht überzeugen. Seine “Rechtfertigung”, wonach er sich in der Sache schon früher kritisch geäußert habe, zeigt, dass er mit Rücksicht auf seine Partei und die Kirche seine Erfahrung und Reputation nicht voll ins Spiel gebracht hat und sich nur schwach und wenig überzeugend von den Willkommensjublern in seinen Spären abzugrenzen versucht. Kirche(n) und Partei(en) - das kann man hier gut sehen - verhindern eine sachlich-kritische Auseinandersetzung mit brennenden Themen und tragen eine beträchtliche Mitschuld an Angst, Unsicherheit und Polarisierung, die sich in unsere Gesellschaft breitmachen.

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