Gastautor / 17.11.2015 / 06:30 / 7 / Seite ausdrucken

Falsche Propheten: Die Kirchenführer in der Flüchtlingskrise

Von Oliver Zimski

Ein Desaster wird verklärt

Seit drei Monaten befindet sich die deutsche Politik auf einem beispiellosen Irrweg. Mit falschen Signalen und Anreizen weitete sie die Fluchtbewegung aus den nahöstlichen Bürgerkriegsregionen Richtung Westeuropa zu einem weltweiten millionenfachen Massenzustrom nach Deutschland aus, verstieß gegen internationale Verträge und zerstörte den ohnehin fragilen Zusammenhalt innerhalb der EU. Sie unterließ die gesetzlich vorgeschriebene Differenzierung zwischen Kriegsflüchtlingen bzw. politisch Verfolgten und Wirtschaftsmigranten und verzichtete „großzügig“ auf die Registrierung Hunderttausender illegaler Zuwanderer, mit noch nicht absehbaren Konsequenzen für die innere Sicherheit. Für den massiven Vertrauensverlust vieler Bürger in den eigenen Staat trägt sie die Verantwortung. Als wäre dieses Totalversagen nicht schlimm genug, wird es von Politikern und Medien auch noch systematisch schöngeredet und mit einer verlogenen Willkommens-Kampagne als „Politik mit freundlichem Gesicht“ verklärt.

Wenn in einer weithin säkularisierten Gesellschaft, in der sich TV-Comedians bevorzugt an der katholischen Kirche und als lächerlich hingestellten „Verteidigern des christlichen Abendlandes“ abarbeiten, urchristliche Tugenden plötzlich wieder hoch im Kurs stehen; wenn Politiker, die sonst nur Meinungsumfragen und den nächsten Wahltermin im Sinn haben, auf einmal vor Güte und Menschenfreundlichkeit schier überfließen und lautstark „Nächstenliebe“, „Barmherzigkeit“ oder „Gastfreundschaft“ einfordern; dann sollten bei den beiden Amtskirchen – Katholiken wie Protestanten – eigentlich alle Alarmglocken läuten. Doch statt zum Innehalten und Überdenken des bisherigen Kurses aufzufordern, haben sich die Kirchenführungen an die Spitze der Willkommens-Kampagne gesetzt.

Diese Kampagne beruht auf der Fiktion, die Zuwanderer würden nach wochenlanger Reise durch diverse EU-Länder beim Grenzübertritt von Österreich nach Deutschland quasi wie Ertrinkende in letzter Sekunde das rettende Ufer erreichen. Dabei ist längst offensichtlich, dass neben den wirklich Hilfsbedürftigen und Asylberechtigten Unmassen von Glücksrittern – kräftigen jungen Männern, vorerst ohne Familien – aus allen Weltregionen ins Land strömen, die absichtlich ihre Pässe wegwerfen oder sich einer Registrierung entziehen, und deren irrationale Hoffnungen auf schnellen Wohlstand – ohne Sprachkenntnisse und entsprechende berufliche Qualifikation sowie mit teils inkompatiblem kulturell-religiösem Hintergrund – auch mit bestem Willen und größtem finanziellen Einsatz nicht zu befriedigen sein werden.

Überdosis Billigmoral

In ihren Stellungnahmen vermitteln die Kirchenoberen, „christlich“ handele allein der, der die Massen willkommen heiße und ihnen tatkräftig helfe. So erklärte der katholische Bischof Overbeck alle Migranten pauschal zu „Brüdern und Schwestern“, mit denen die Deutschen ihren Wohlstand teilen müssten. Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm warnte in einer Situation, da die deutschen Grenzen von täglich 10.000 – mit steigender Tendenz – überrannt werden, vor einer drohenden „Abschottung“ und verlangte, Kanzlerin Merkel solle ihren Kurs fortsetzen, ohne Obergrenzen, ohne Einschränkung des Familiennachzuges und ohne die Ausdehnung der Liste sicherer Herkunftsstaaten.

„Es werden uns Menschen geschenkt!“, jubelte die ehemalige Präses der EKD-Synode Göring-Eckardt, als sei Deutschland eine unfruchtbare Wüste und nicht eines der am dichtesten besiedelten und für Einwanderer begehrtesten Länder der Welt. Ihr Argument, die Migranten würden den heutigen AfD-Wählern später die Renten zahlen, entspringt reinem Wunschdenken. Einmal mehr geht sie damit den demagogischen Forderungen von Wirtschaftsverbänden auf den Leim, die sich durch die Massenzuwanderung ungelernter Billigarbeitskräfte eine Aufweichung des Mindestlohns versprechen und die immensen gesellschaftlichen Folgekosten auf den Steuerzahler abwälzen wollen. Statt einer rationalen Analyse von Gründen und möglichen Folgen der Flüchtlingskrise – auch für die Herkunftsländer, die durch den „Sog“ Deutschlands ihrer Mittelschicht beraubt werden – gibt es von den Kirchenführern nur eine Überdosis Billigmoral. Bedford-Strohms Vorvorgängerin Margot Kässmann kreist in ihren zahlreichen Interviews zum Thema stets um „unsere Waffenexporte“ und „unsere Schuld“ an den Problemen der Welt und ignoriert das komplexe Bündel von Ursachen für die Destabilisierung des Nahen Ostens, die meist mit Deutschland nichts zu tun haben: Bombardierung Libyens durch die USA, gescheiterter „Arabischer Frühling“, syrischer Bürgerkrieg, Finanzierung des islamistischen Terrors durch Saudi-Arabien und Katar, Erdogans Krieg gegen die Kurden.

Fremd ist sexy

In irritierendem Gegensatz zu der überschäumenden Herzlichkeit, mit der die Kirchenoberen Wildfremde begrüßen, steht ihre schroffe Ablehnung jener Bevölkerungsteile, die in den Willkommens-Chor nicht einstimmen oder gar mit „Pegida“ auf die Straße gehen. Wer sein Unbehagen öffentlich zu artikulieren wagt, wird als kaltherziger Fremdenfeind oder gar potentieller „Rechtsterrorist“ angeprangert. So zieht Bedford-Strohm eine direkte Linie von Sprechchören zu Brandanschlägen auf Asylheime. Kässmann bekennt im Spiegel-Interview herablassend, bei den „besorgten Mitbürgern“, die Angst vor einer „Islamisierung“ hätten, müsse sie immer „ein wenig lächeln“. Wer sonntags in die Kirche gehe, brauche auch keine Angst vor vollen Moscheen zu haben. Weiß sie denn nicht, dass die syrischen Christen, die unter den nach Deutschland strömenden Massen auffällig unterrepräsentiert sind, genau deshalb verfolgt und ermordet werden, weil sie in die Kirche gingen? Dass sich alarmierende Berichte über die Malträtierung von Christen durch muslimische Asylbewerber auch in deutschen Flüchtlingsheimen häufen? Und dass es genau diese Art von Meldungen ist, die die Anzahl der von ihr ironisierten „besorgten Mitbürger“ immer weiter ansteigen lässt?

„Wie ein Einheimischer soll euch der Fremde gelten, der bei euch lebt“, heißt es schon im Alten Testament. Dort steht allerdings nicht (wie auch nirgendwo sonst in der Bibel): Lockt die Fremden mit unerfüllbaren Hoffnungen. Oder: Nehmt so viele Fremde auf, dass das Gemeinwesen in auseinanderstrebende Parallelgesellschaften zerfällt und sich überhaupt niemand mehr heimisch fühlt. Auch die vielbeschworene „Gastfreundschaft“ setzt ein intaktes Gemeinwesen voraus. Doch die „alten“ Einwohner mit ihren lästigen Sorgen und Ängsten sind für Politiker und Kirchenführer nicht so sexy wie die schillernden Neuankömmlinge, über die so wenig bekannt ist, dass sie je nach rhetorischem Bedarf als bedrohte Fürsorgeobjekte oder dringend benötigte Fachkräfte deklariert werden.

Im Lukas-Evangelium steht geschrieben: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist“, was bedeutet: Die Einhaltung von Gesetzen und die Aufrechterhaltung staatlicher Ordnung sind für Christen kein unbarmherziger Formalismus, sondern die Voraussetzung und der schützende Rahmen dafür, dass Barmherzigkeit und Fürsorge sich überhaupt entfalten können. Ohne diese Zwei-Reiche-Lehre Jesu hätten sich christliche Staaten, das „Abendland“ samt Aufklärung sowie unsere moderne westliche Zivilisation niemals entwickeln können. Auch die beiden Amtskirchen in Deutschland würde es nicht geben, mitsamt ihren diesjährigen Rekordeinnahmen an Kirchensteuern.

Was Jesus tun würde

Kässmann behauptet bei ihrer Predigt in Wittenberg, Jesus würde Flüchtlinge an seinen Tisch einladen, aber das ist nur eine Halbwahrheit, denn Jesus ging es stets um ALLE MENSCHEN. Er würde die „Empathie“, die Bedford-Strohm einseitig für die Migranten fordert, auch den Einheimischen – insbesondere aus den unteren sozialen Schichten – und ihren nur allzu berechtigten Sorgen entgegenbringen. Denn SIE sind es, die mit den Migranten um Arbeitsplätze und Wohnungen konkurrieren, ihnen auf den Straßen, beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen und Sportplätzen begegnen. Natürlich würde Jesus die Flüchtlinge einladen, aber zusammen mit den Pegida-Demonstranten, und vielleicht würden sich diese beiden Gruppen, wenn sie ins Gespräch kämen, viel besser miteinander verstehen, als so manchem Polarisierer unter den Kirchenführern lieb wäre.

Es waren Christen, die durch ihre steten Vermittlungsbemühungen maßgeblich dazu beitrugen, dass die Wende in der DDR friedlich verlief. Auch in der Flüchtlingskrise sind es nicht zuletzt die Christen an der Basis, die den ankommenden Migranten konkrete Hilfe leisten. Doch ihre Führungen, von denen keine abgestandenen Phrasen, sondern Nachdenklichkeit und neue Sichtweisen erwartet werden, versagen kläglich. Zusammen mit den Politikern haben sie sich in einer unhaltbaren Position verrannt. Notwendig wäre gewesen, eine Vermittlerrolle einzunehmen und die vernünftigen Argumente aller Seiten abzuwägen. Die Kirche verfügt, anders als die aufs Tagesgeschäft fixierten politischen Parteien, über jahrhundertealte, reiche Erfahrungen und tiefe Energiequellen. Sie hätte es nicht nötig gehabt, der unheiligen Allianz aus Staat und Medien beizutreten, die ihre Fehleinschätzungen und Versäumnisse mit dem Mäntelchen unbegrenzter Wohltätigkeit camoufliert.

Heuchelei und Eigennutz

Während etwa die katholische Kirche Polens in ihrer Geschichte immer das Ohr am Volk hatte, dessen Fürsprecher und Unterstützer gegen Fremdherrschaft und Anmaßungen des eigenen Staates war, gefallen sich die führenden Vertreter der deutschen Amtskirchen – Katholiken wie Protestanten – seit jeher in der Rolle, an der Seite der Mächtigen den dummen Pöbel zu belehren und zu erziehen. So auch in der Flüchtlingskrise. Doch handeln die Kirchenoberen nicht gegen die eigenen Interessen, wenn sie dadurch viele Mitglieder vor den Kopf stoßen, die Mehrheit der muslimischen Zuwanderer sowieso nicht erreichen und die wenigen Christen unter ihnen im Stich lassen? Ein böser Verdacht kommt auf. Schon die skizzierte Bevorzugung der exotischen Fremden gegenüber den uninteressant gewordenen eigenen Leuten weist auf ein materialistisches Denken hin, das den Menschen nicht mehr als einzigartiges Individuum, sondern als austauschbare Ware sieht. Da beide Amtskirchen zugleich riesige Sozialkonzerne sind, gehören sie zu den materiellen Hauptprofiteuren der Massenzuwanderung. Mit den Migranten strömen auch die staatlichen Gelder für Diakonisches Werk und Caritas: mehr Heime, mehr Mitarbeiter, mehr Beratungsstellen, mehr-mehr-mehr, auf Teufel komm raus! Kirche im Kapitalismus eben. Dann wäre all die Weltoffenheits- und Willkommensrhetorik nur vorgeschoben, und in Wahrheit ginge es vor allem um materielle Interessen.

„Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“, hat Jesus gesagt. Dem Joch, das die Kirchenführer über ihren Einflussbereich gespannt haben, der angemaßten moralischen Überlegenheit, dem verklemmten Betroffenheitsgedöns, mit dem sie noch die Gutwilligsten aus ihren Gottesdiensten treiben, in denen oft keine frohe Botschaft, sondern nur sozialpädagogische Allerweltsfloskeln verkündet werden, entziehen sich immer mehr Menschen durch Austritt. Die Bibel kennt diesen Typus selbstgerechter Pharisäer übrigens sehr gut, sie werden dort „falsche Propheten“ genannt. Es sind Heuchler, die anderen Menschen Lasten auferlegen, welche sie selbst nicht tragen wollen. Die „falschen Propheten“ treten in Schafskleidern auf, doch in Wirklichkeit sind sie reißende Wölfe, verfolgen andere Absichten, als sie vorgeben. „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!“, heißt es. Die Früchte riechen bereits jetzt faulig.

Die Kreuzbergpredigt

Wenn Jesus heute wiederkehrte, würde er, glaube ich, an einem Dezemberabend auf den Kreuzberg steigen, um von dort aus der Hauptstadt und dem ganzen Land die folgende Adventsbotschaft verkünden:

1. Seid freundlich und hilfsbereit zu denjenigen unter den Zuwanderern, die vor Krieg und Verfolgung fliehen. Allen anderen macht klar, dass sie in ihren Heimatländern etwas aufbauen und bewirken können, während sie hier mehrheitlich nicht gebraucht werden, sondern am Rande der Gesellschaft von Sozialleistungen werden leben müssen.

2. Haltet Abstand zu denen, die die vielfältige, an Zwischentönen reiche Wirklichkeit in schwarz und weiß, in hell und dunkel einteilen und Menschen gegeneinander aufbringen, aus welchen guten Absichten auch immer. Ihr wisst doch: Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.

3. Folgt denen nicht, die euch aus eigennützigen Motiven einreden wollen, ihr wärt schuld am Elend der ganzen Welt. Vergesst nicht, dass ich eure Schuld auf mich genommen habe! Jeder Mensch begeht Fehler – das liegt in seiner Natur – aus denen er möglichst lernen sollte. Vertraut daher euren eigenen Gefühlen, artikuliert Wünsche wie Ängste, ohne euch von ihnen beherrschen zu lassen. Lebt euer Leben in verantwortlicher Weise, aber voller Freude. Denn ihr habt auf Erden nur dieses eine!


Oliver Zimski ist Übersetzer, Sozialarbeiter und Autor. 2015 erschien sein Kriminalroman „Wiosna – tödlicher Frühling“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leserpost (7)
Hans-Joachim Radisch / 19.11.2015

Bevor die Kirchen wieder die Waffen segnen, mit denen deutsche Soldaten Deutschland in fernen Ländern statt an der eigenen Grenze verteidigen, sollte intensiver über den völlig logischen Vorschlag des Außenministers des katholischen Polen nachgedacht werden: Warum sollen wir hunderttausende wehrfähiger syrischer Männer davor bewahren, ihre eigenen Interessen am und im syrischen Staat selbst als Soldaten durchsetzen und schützen zu müssen? Warum soll diese Blutarbeit deutschen und polnischen jungen Menschen in Syrien, Afghanistan oder anderswo zugemutet werden, den wirklich Betroffenen aber Grund für einen Anspruch auf ein von Krieg unbehelligtes Leben bei uns? Der Vorschlag, in Europa syrische junge Menschen zu einer syrischen Exilarmee auszubilden, zu bewaffnen und in Syrien zur Wahrung ihrer eigenen Interessen zum Einsatz zu bringen, wäre ein angemesseneres Projekt der Hilfestellung für syrische Menschen als die Gewährung von Asyl und Flüchtlingsstatus: Es ermöglichte, die Würde von Menschen wahren, die als Syrer Hilfe nur zur Selbsthilfe erführen und und als Deutsche in moralisch angemessener Arbeitsteilung die Waffen, Ausbildung und Organisation zu der unvermeidbaren kämpferischen Auseinandersetzung beisteuerten, welche junge Syrer für einen syrischen Staat nach ihren Vorstellungen auch selbst und persönlich führen sollten und müßten. Nur was man selbst schafft, weiß man wirklich zu schätzen. Das würde auch für Syrer in einem durch sie selbst und persönlich vom Terror befreiten Land gelten. Die Idee des polnischen Außenministers hat die Empfehlung eines gelungenen historischen Vorbildes: Sie lag schon den polnischen und französischen Exilarmeen des zweiten Weltkrieges zugrunde. Sie sollte für die Länder des “Nahen Ostens” ernsthaft verfolgt werden.

Matthias Grunebaum / 18.11.2015

Das Seltsame ist doch, dass sich EKD und linker Kulturprotestantismus auf Jesus berufen, während sie immer mehr den Institutionen und Kräften gleichen, die im Jerusalem der Zeitenwende den Nazarener ans Kreuz gebracht haben: selbstgefällige Dogmatiker und Zyniker ohne Liebe zum Nächsten. Dieser Kontrast wurde schon vor Jahrzehnten anschaulich thematisiert im Film “Jesus von Montreal”, in dem ein Passionsspiel in den Gärten der Kirche aus dem Ruder läuft und dabei genau die kritisiert, in deren Auftrag es abgehalten wird: die selbstgefälligen Kirchenoberen, für die der Glaube Jesus längst ein “Billig-Opiat” für die Armen geworden ist. Wenn Käßmann heutzutage den “Gottesdienstbesuch gegen Angst vor dem Islam” empfiehlt, dann verschreibt sie genau das: “Opium für das Volk!” Die EKD ist eine “Wellness-Kirche”, die längst aufgehört hat, im Geiste Jesu zu handeln. Das “gute Handeln” an den Flüchtlingen ist nur noch Fassade und dient der eigenen Wohlfühl-Kultur. Der tatsächliche Nutzen, der Sinn des Handelns wird nicht einmal mehr überprüft.

Hinrich Mock / 17.11.2015

Ausgezeichnet, Herr Zimski, vielen Dank!

Gabriele Schulze / 17.11.2015

Vielen Dank für diesen Text! Unweit meines Wohnorts gibt es eine katholische Kirche, wo man ein großes Schild aufgestellt hat -“Welcome” . mit Hinweis auf einen Treffpunkt für Flüchtlinge. Irgendjemand hat dann über das “welcome” Farbe geschmiert, diese wurde entfernt, dann war die Farbe wieder da. Und ist geblieben. Wäre ich nicht schon längst aus der Kirche ausgetreten - ich tät’s mir jetzt überlegen, u.a. wegen der von Ihnen in Ihrer Analyse genannten Aspekte! Danke!

Anna Löw / 17.11.2015

Ich beobachte seit längerem mit zunehmendem Entsetzen, mit welcher intellektuellen Schlichtheit Vertreter der EKD argumentieren. Wenn Frau Käßmann und andere sagen, dass Christen halt öfter in den Gottesdienst gehen sollen, um sich vor etwaigem islamistischem Terrorismus zu schützen, dann ist das nicht nur erschreckend naiv, es sieht auch so aus, als wolle die EKD Kriterien festlegen, nach denen evangelische Christen als “rechtgläubig” gelten. Das ist geradezu absurd. In Nigeria werden Christen beim Kirchengang samt Kirche von Terroristen in die Luft gesprengt. Auch der Missbrauch von Jesus und der Bibel, um die linksgrünen politischen Forderungen der EKD religiös zu überhöhen, geht mir gewaltig auf die Nerven. Insbesondere den letzten Abschnitt dieses Artikels sollten sich die Herrschaften ins Gebetbuch oder den Katechismus schreiben. Käßmann und andere haben selbstverständlich - wie jeder andere - das Recht ihre Meinung und ihre Ansichten frei zu äußern. Allerdings verwahre ich mich dagegen, diese Äußerungen mit meinem Gehalt weiter mitzufinanzieren. Deshalb habe ich entschieden, dieses Jahr noch endgültig aus der EKD auszutreten - mein Weihnachtsgeschenk an mich selbst sozusagen.

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