Henryk M. Broder / 22.12.2012 / 09:56 / 0 / Seite ausdrucken

Entschuldigung! Hat jemand letztens Claudia Roth gesehen?

Es kann nicht nur an der vorweihnachtlichen Ruhe liegen, dass wir so lange nichts mehr von Claudia Roth gehört haben. Es kann auch nicht sein, dass sie uns absichtlich etwas Ruhe gönnt - nach all den Turbulenzen im Zusammenhang mit ihrer Nichtwahl zur Spitzenkandidatin und Wiederwahl zur Bundesvorsitzenden der grünen Gurkentruppe, als die Eurokrise in den Hintergrund treten musste, um Platz zu schaffen für die viel wichtigere Frage: Was soll aus Claudia Roth werden? Bereitet sie sich jetzt schon auf das nächste Oktoberfest vor? Macht sie einen Urlaub in ihrer zweiten Heimat, um den Türken das Börekmachen beizubringen? Hat sie ihren Auftritt bei “Verstehen Sie Spaß?” nicht verkraftet und ist in ein Kloster in den Abruzzen gezogen, um dort ein Buch über Frauenfussball zu schreiben, weil sie schon als junge Frau etwas machen wollte, “wodurch die Welt gerechter und lebenswerter” wird? Dafür lässt sie sich sogar von Harald Schmidt als »Eichhörnchen auf Ecstasy« beschimpfen oder vom Dominikaner Basilius Streithofen als »zölibatsverstärkend« komplimentieren.

Noch am 12.11. trat sie, ganz atypisch in Schwarz gewandelt, vor die Presse, um über “Licht und Schatten” zu reden, bußfertig wie eine Nonne, die beim Morgengebet mit einem Vibrator in der Hand erwischt wurde. Nur sechs Tage später war von Reue und Buße nichts mehr zu spüren. “Die Trauerzeit ist vorbei!” donnerte sie den Delegierten des grünen Parteitages entgegen, wieder ganz die alte Kreissäge im Turbo-Modus. Man müsse die jetzige Koalition ablösen, “weil es sonst zappenduster wird mit der Zukunft!” - Schauen Sie sich dieses Video mal in Ruhe an. “Der Angriff der Killertomaten” und “Im Land der Raketenwürmer” sind dagegen Produktionen der Heilsarmee für den Kinderkanal KiKa. Besonders schön der Jubel der Delegierten (ab ca. 18.50) nach der überraschenden Wahl der Kandidatin zur Vorsitzenden, die sich anschließend von Trittin, Göring-Eckardt und Künast abknutschen lässt und nur knapp einer Umarmung durch Volker Beck entkommt. Auch die Wahl des anderen Kandidaten, Cem Özdemir, endete ebenso überraschend. Er konte sich vor Freude, “an der Seite von Claudia zu sein”, kaum einkriegen.

Ich habe Claudia Roth zuletzt am 9. Dezember gesehen, im Morgenmagazin der ARD und des ZDF, wo sie anlässlich des Besuches des israelischen Ministerpräsidenten in Berlin die israelische Regierung aufforderte, mit dem “pragmatischen Teil der Hamas” Verhandlungen aufzunehmen. Eine Forderung, die von einer profunden Kenntnis der Lage im Nahen Osten im Allgemeinen und der Hamas-Charta im Besonderen zeugt. Mehrere Anfragen bei Frau Roth, wo man denn den “pragmatischen Teil der Hamas” finden könnte, blieben unbeantwortet. Möglicherweise ist sie derzeit damit beschäftigt, nach den “moderaten Taliban” Ausschau zu halten, mit denen schon Kurt Beck und Barack Obama verhandeln wollten.

Und so was macht in Politik, nur weil es nicht beizeiten weggeheiratet wurde.

Siehe auch:
Zwei Tage habe ich doch gebraucht, um diese Niederlage zu verdauen, und mich schließlich entschieden, doch zu kandidieren. Jeden Tag bis zum Parteitag habe ich dann die Rede neu geschrieben, bis ich am Freitagabend eine Packung Bielefelder Trüffel geschenkt bekam, diese aufgegessen hatte und mir im Hotelzimmer gesagt habe: So, jetzt ist die Trauerzeit vorbei. Jetzt muss die Partei entscheiden, ob sie mich noch will. In mir kam die preußische Schwäbin hoch, für die zählt, was die Partei sagt.http://www.tagesspiegel.de/politik/gruenen-chefin-claudia-roth-ich-bin-ein-politjunkie/7557732.html

Derweil hat der pragmatische Teil der moderaten Fatah den Konflikt bereits gelöst:
Anlässlich ihres 48-jährigen Bestehens hat die Fatah ein neues Partei-Logo veröffentlicht. Es eliminiert den Staat Israel und bezeichnet das gesamte Gebiet vom Mittelmeer bis zum Jordan als „Staat Palästina“.
http://www.israelnetz.com//arabische-welt/detailansicht/aktuell/neues-fatah-logo-zeigt-staat-palaestina/#.UNbUds2g5DE
http://www.timesofisrael.com/new-fatah-logo-eliminates-israel/

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