Stefan Frank / 23.11.2016 / 09:30 / 3 / Seite ausdrucken

Ein Quadratkilometer und 100.000 Einwohner

Das libanesische Militär hat damit begonnen, um Teile des Flüchtlingslagers Ain al-Hilweh in der Nähe der südlibanesischen Stadt Sidon eine hohe Betonmauer samt Wachtürmen zu bauen. Das berichten libanesische und israelische Zeitungen. „Die Arbeiten an dem Bau einer großen Mauer um das berüchtigte palästinensische Flüchtlingslager Ain al-Hilweh bei Sidon verliefen am Samstag reibungslos“, meldet die englischsprachige libanesische Zeitung The Daily Star. Auf der Website ist ein Foto von einem LKW-Kran abgebildet, der vorgefertigte Betonteile zu einer Mauer türmt. Im Hintergrund ist eine Stadt zu sehen: das sogenannte Flüchtlingslager. In der Bildunterschrift ist von der „Grenze“ zu Ain al-Hilweh die Rede.

Ain al-Hilweh ist das größte palästinensische Flüchtlingslager auf libanesischem Boden. Auf einem Quadratkilometer leben mindestens 70.000 Bewohner; durch den Zustrom von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien in den letzten Jahren sind es inzwischen wohl schon über 100.000.

Der Libanon behandelt dieses und andere Flüchtlingslager wie exterritoriales Gebiet; von der Polizei und Armee wird es in der Regel nicht betreten, in den Medien ist darum auch von einer „gesetzlosen Zone“ die Rede.

Rivalitäten unter den Gruppen

Für „Sicherheit“ zu sorgen, obliegt der Fatah, die versucht, Gruppen wie den Islamischen Staat oder Al-Nusra außen vor zu halten und zu diesem Zweck ein Bündnis mit bewaffneten Splittergruppen eingegangen ist, das sich „Gemeinsame Palästinensische Sicherheitskräfte“ nennt.

Vereinzelt aber dringt die libanesische Armee doch in solche Gebiete ein, um bestimmte gesuchte Terroristenführer zu verhaften, zuletzt im September 2016, als sie in Ain al-Hilweh den Gründer der Terrorgruppe Jund al-sham, Imad Yasmin, verhaftete. 2007 wurde das nördliche „Flüchtlingslager“ Nahr al-Bared in Gefechten zwischen der Armee und einer Dschihadistengruppe namens Fatah al-Islam zerstört.

Rivalitäten zwischen der Fatah und anderen Terrorgruppen haben sich seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs verschärft; im Juni 2015 wurde Talal Balawna, ein hochrangiger Milizenführer der Fatah, in Ain al-Hilweh ermordet. Die libanesische Regierung fürchtet, dass von Lagern wie Ain al-Hilweh aus Anschläge im Land geplant und verübt werden könnten. Bei den verheerenden Terroranschlägen vom 12. November 2015 – einen Tag vor denen in Paris – waren 44 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Hier geht es weiter

Leserpost (3)
Wilfried Cremer / 23.11.2016

Religionsgemeinschaft ohne Solidarität ist Fleisch gewordene Lüge. Der Schleimpilz blüht nur, wenn er Fremdkulturen aufsaugt. Biomasse ohne Widerstand ist heutzutage Euroland. Hurra.

JF Lupus / 23.11.2016

Immer wieder feststellbar: wo der Islam ist, ist Terror. Und zu islamischem oder linkem Terror schweigen die Linken, grünen, autonomen Gutmenschen ebenso wie Merkel, Maas, Gabriel, Gauck & Co.

Alexander Rostert / 23.11.2016

Ein kleiner Ausblick auf Europa 2020.

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir meist nur während der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen
Stefan Frank / 20.05.2017 / 10:52 / 1

Katastrophen-Alarm im ZDF - die Nakba

Wenn das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) über Israel berichtet, geht es nicht immer mit rechten Dingen zu. Letztes Jahr hatte der – von allen Deutschen über eine…/ mehr

Stefan Frank / 15.05.2017 / 15:35 / 1

Eine absurde Tageszeitung, made in Israel

Von Stefan Frank.  Die israelische Tageszeitung Haaretz ist ein merkwürdiges Blatt; die hebräische Papierausgabe wird nur von wenigen gelesen, doch die englischsprachige Haaretz, vor allem die Internetseite, hat…/ mehr

Stefan Frank / 20.04.2017 / 19:05 / 5

Ein Mörder als Sympathieträger

Ein Beitrag des verurteilten Mörders Marwan Barghouti in der „New York Times“, in welchem er den Hungerstreik begründet, den er zusammen mit ebenfalls in Israel…/ mehr

Stefan Frank / 05.08.2016 / 08:43 / 2

Dschibril Radschub - Der Terrorist als Olympionike

General Dschibril ar-Radschub ist Präsident des Palästinensischen Nationalen Olympischen Komitees (PNOC), Vorsitzender der Palästinensischen Sportbehörde, des palästinensischen Fussballverbands und stellvertretender Sekretär des Zentralkomitees der Fatah.…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com