Stefan Frank / 20.04.2017 / 19:05 / 5 / Seite ausdrucken

Ein Mörder als Sympathieträger

Ein Beitrag des verurteilten Mörders Marwan Barghouti in der „New York Times“, in welchem er den Hungerstreik begründet, den er zusammen mit ebenfalls in Israel inhaftierten palästinensischen Mitterroristen begonnen hat, sorgt für Empörung. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass eine sich seriös gebende Zeitung diesem Täter, der das Blut so vieler Unschuldiger an seinen Händen hat, Raum gibt, um sich als Opfer zu präsentieren, setzte sie eine Autorenzeile unter den Text, in der Barghouti als „ein palästinensischer Führer und Parlamentarier“ vorgestellt wurde.

Da der Beitrag an einem jüdischen Feiertag erschien, konnte die israelische Regierung nicht sofort darauf reagieren. „Barghouti ist [kein gewöhnlicher] Häftling“, sagt Israels stellvertretende Aussenministerin Tzipi Hotovely.

„Er ist ein verurteilter Mörder und ein Terrorist. Die ‚New York Times’ hat einem Terroristen eine Bühne gegeben, ohne auf die Tatsache hinzuweisen, dass er kaltblütige Morde an Juden geplant und ausgeführt hat, nur weil sie Juden waren. … Wenn eine grosse Zeitung, die den Ruf eines verantwortlichen Journalismus hat, eine Bühne für Mörder wird, dann verleiht sie dem Terrorismus Legitimation.

Als Reaktion auf die Proteste aus dem In- und Ausland hat die „New York Times“ auf ihrer Website inzwischen die folgende Bemerkung hinzugefügt: „In dem Artikel wird die Haftstrafe des Autors erklärt, doch versäumt, durch Erwähnung der Vergehen, deretwegen er verurteilt wurde, einen hinreichenden Zusammenhang herzustellen. Es handelte sich um fünf Fälle von Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation.“

Barghouti war der Anführer der Terrororganisation Tanzim, die PLO-Chef Jassir Arafat 1995, zwei Jahre nach der Unterzeichnung des ersten Osloer Friedensabkommens, gegründet hatte. Bekannt wurde die Tanzim durch eine Reihe äusserst brutaler Anschläge auf jüdische Zivilisten während der von Arafat befohlenen Mordwelle, die die „zweite Intifada“ genannt wird.

Scharfschützen gegen Babys

Darunter war der gezielte Mord an dem zehn Monate alten Säugling Shalhevet Tehiya Pass: Es war der 26. März 2001; Yitzhak und Oriya Pass aus Hebron waren seit zwei Jahren verheiratet, zehn Monate zuvor war ihr erstes Kind, Shalhevet, geboren worden. An jenem 26. März sass die kleine Shalhevet im Kinderwagen, auf dem Weg zu ihren Grosseltern. Da eröffnete ein Scharfschütze der Tanzim das Feuer auf das Baby und tötete es mit einem Kopfschuss. Yitzhak, der Vater, wurde an beiden Beinen verletzt. Der Täter hatte ein Gewehr mit Teleskopvisier benutzt. Absichtlich hatte er den Kopf des Babys ins Visier genommen und abgedrückt. Seinerzeit Chef der Tanzim: Marwan Barghouti.

Zwei Monate vor der Ermordung der kleinen Shalhevet organisierte Arafats Killerbande die Ermordung des 16-Jährigen Ophir Rahum und investierte dabei viel Zeit und Energie; Amna Mouna, eine Araberin, die sich als Amerikanerin ausgab, knüpfte über das Internet Kontakt mit dem jüdischen Jungen aus Ashkelon. Sie flirtete mit ihm und holte ihn eines Tages in Ashkelon mit dem Auto ab; gemeinsam fuhren sie nach Jerusalem. Am zentralen Busbahnhof stiegen sie in ein Taxi und fuhren zu einem Checkpoint zwischen Jerusalem und Ramallah. Ophir war überrascht von den Soldaten, die er dort sah, doch Amna Mouna versicherte ihm, dies sei für Jerusalem normal. Sie stiegen in ein privates Auto und fuhren nach Ramallah. Dort zerrten drei Männer der Tanzim Ophir aus dem Auto, erschossen ihn mit ihren Kalaschnikows und verscharrten seine Leiche. Männer, die vom Westen bezahlt und bewaffnet wurden und unter dem Kommando von Arafat und Barghouti standen.

Jeden Mord hat Marwan Barghouti vorab genehmigt. Das sagt niemand Geringerer als Ahmed Barghouti, sein Neffe und wichtigster Assistent. Ahmed war ein hochrangiger Tanzim-Kommandant, der im Frühjahr 2002 verhaftet und wegen der von ihm gestandenen Terroranschlägen zu 13-mal lebenslänglich verurteilt wurde. Seine Aussage wurde von verhafteten Mitgliedern einer anderen Terrorzelle bestätigt. Nach allen Anschlägen habe Ahmed Barghouti seinem Onkel Marwan Bericht erstattet. Bilal Barghouti, ein Hamas-Kommandant, der das Massaker in der Jerusalemer Pizzeria Sbarro, einen der berüchtigtsten Anschläge der „zweiten Intifada“ geplant hat (15 getötete Zivilisten, darunter sieben Kinder und eine schwangere Frau, 130 Verletzte), sagte israelischen Ermittlern, Marwan Barghouti habe ihm nach dem Anschlag Unterschlupf gewährt und ihm beim Abschied eine Waffe gegeben.

Bomben gegen Kinderwagen

Marwan Barghouti gilt auch als Gründer und Kommandant der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, einer anderen Terrorgruppe unter dem Dach von Arafats Fatah, die sich selbst der Verantwortung für zahlreiche Massaker an israelischen Zivilisten bezichtigt. Auch die Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden nahmen das Leben jüdischer Zivilisten ins Visier und liessen ihre Handgranaten oder mit Nägeln und Splittern gefüllten Bomben in Restaurants, Cafés und Linienbussen detonieren. Beim Yeshivat-Beit-Ysrael-Massaker, dessen sich die Al-Aqsa-Brigaden ebenfalls bezichtigten, wurden etliche Babys, Kleinkinder und Kinder getötet. Der Täter hatte sich neben einer Gruppe von Frauen in die Luft gesprengt, die nach einer Bat-Mitzvah vor einer Synagoge auf ihre Männer warteten, viele mit Kinderwagen. Ein Sanitäter berichtete später:

„Als wir am Tatort ankamen, bot sich uns ein schrecklicher Anblick. Kleine Kinder, alte Leute, Frauen lagen auf der Strasse, ohne Hände, ohne Beine, überall Blut und enorme Zerstörung. Nur einige hatten die Kraft zu schreien oder zu weinen. Die Stille ist das, woran ich mich vor allem erinnere.  … Das war einer der schlimmsten Anschläge, an die ich mich erinnern kann.“

Livnat, die Schwester von Sofia Ya’arit Eliyahu, welche zusammen mit ihrem sieben Monate alten Sohn getötet wurde, erinnert sich: „Am Samstagabend machten wir einen Spaziergang mit zwei Kinderwagen. Sofias Baby fing an zu weinen, sie beugte sich runter zum Kinderwagen, um es in die Arme zu nehmen, während ich mit ihrem kleinen Mädchen weiterging. Wir waren zehn Meter von ihnen entfernt, als wir eine gewaltige Explosion hörten … Ich schaute zurück und sah nur ein riesiges Inferno. Sofia und das Baby waren verschwunden.“ Hier geht es weiter.

Leserpost (5)
Annett Schüler / 21.04.2017

Vielen Dank für die präzise Darstellung der Verbrechen dieses Terroristen. Die nachträgliche Klarstellung der New York Times liest sich dagegen wie Fake News.

Th.F. Brommelcamp / 21.04.2017

Wenn ich jemals einen Friedens - nobelpreis bekäme, wüsste ich, dass ich vieles falsch gemacht hätte. Mein Namen in einer langen Reihe zweifelhafter Preisträger.

M. Stiehl / 21.04.2017

Es ist unglaublich mit welcher Doppelmoral die linksdrehenden Medien - nun auch in USA - vorgehen. Dass sie diesem Mörder eine offizielle Plattform bieten, zeigt einmal mehr das Level, auf das sie abgesunken sind. Tiefer geht nicht mehr!

JF Lupus / 20.04.2017

Unfassbar. Antisemitismus wird in Deutschland nicht nur nicht verfolgt, nein, er wird von der Lügenpresse und der Politik geschürt, während die islamischen Mörder verhätschelt werden und die mörderische Ideologie geschützt.

Wilfried Cremer / 20.04.2017

Das Problem ist der Islam. Mord als Märtyrertum, der Tod als Allahs Wille, Hass als Religion - wie lange noch?

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