Thilo Thielke / 15.03.2017 / 15:08 / 8 / Seite ausdrucken

Ein Horrortrip durch das Land der Fremdenfeinde

Riesenstory neulich, die aber fast untergegangen wäre. Nur ein paar Nischenmedien haben die Brisanz erkannt. Es fing ja auch eher harmlos an. Da sei in Deutschland eine Truppe unterwegs, um gewissermaßen zu prüfen, ob Deutschland bereit für den nächste Massenansturm aus Afrika sei. Oder anders ausgedrückt: Ob man den Afrikanern, die demnächst kommen sollen, das Leben hierzulande tatsächlich zumuten könne. 

Die „Katholische Nachrichtenagentur“ meldet: „Eine Expertengruppe der Vereinten Nationen will untersuchen, inwieweit in Deutschland die Menschenrechte für Personen mit afrikanischer Abstammung gewahrt sind.“ Nicht, dass es hinterher wieder Beschwerden gibt. Ein Paar, das ein ein Kind adoptieren will, muß ja neben ausreichenden finanziellen Möglichkeiten auch so etwas wie geistige Reife und Sittlichkeit nachweisen, bevor es beschenkt wird.

Über die Aufgabenstellung gaben die Experten vor Antritt der Reise freimütig Auskunft: „Wir werden Informationen über jegliche Formen von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Afrophobie und damit zusammenhängender Intoleranz sammeln." Die Reiseroute sollte in die Hölle von „Berlin, Dessau, Dresden, Frankfurt, Köln, Wiesbaden, Düsseldorf und Hamburg“ führen. Das alles in sieben Tagen. Ein strammes Programm.

Die Bundesregierung lädt ein und trägt die Kosten

Auf dem Horrortrip durchs Land der Fremdenfeinde wurden dann für den Abschlußbericht, der im September feierlich vorgelegt werden soll, alle möglichen Experten ausgequetscht, aber ausschließlich solche, die sich von Berufs wegen und zumeist auf Kosten des Steuerzahlers mit dem in Deutschland grassierenden Rassismus und der Rassendiskriminierung und der Afrophobie beschäftigen: Regierungsvertreter, Abgeordnete und Mitglieder verschiedener Landesregierungen, so die „Deutsche Welle“: „Zudem trafen die UN-Experten auch Vertreter der Zivilgesellschaft.“ Alles Menschen also, die schlagartig arbeitslos und ihres Lebensinhalts beraubt würden, wenn sie den Rassismus tatsächlich einmal besiegt hätten. Aber davon sind sie ja zu ihrem Glück meilenweit entfernt.

Irgendwie Wahnsinn das alles, aber kein Wunder. Denn eingeladen worden war die fünfköpfige „Arbeitsgruppe von Sachverständigen der Vereinten Nationen zu Menschen afrikanischer Abstammung in Deutschland“ laut „taz“ von niemand anderem als der Bundesregierung – also von Maas und Merkel und solchen Typen, die sich ständig vor irgendwelchen Diktatoren im Staub wälzen, weil sie keine schlimmen Bilder aushalten und nur ungern Verantwortung übernehmen, aber dem Dritten Reich immer ganz mutig ans Schienbein treten, dass die morschen Knochen zittern.

Ich nehme an, daß die UN-Experten ganz nette und umgängliche Leute sind. Was sollen sie auch tun? Einer heißt Ricardo Sunga III und kommt von den Philippinen, einer heißt Sabelo Gumedze und kommt aus Südafrika. Als Quotenfrau leistete die Französin Mireille Fanon-Mendes-France den Herren Gesellschaft.

Im Land, wo Milch und Honig fließen

Ich meine: Seriös ist das alles nicht. Aber was hätten Sie gemacht, wenn Sie in Manila oder Johannesburg sitzen und nichts zu tun haben, und jemand sagt: Da gibt es ein Land hoch im Norden, in dem Milch und Honig und Steuergelder fließen, und das möchte, dass ihr da diese wahnsinnige Rassendiskrimierung aufspürt. Ihr müßt nicht viel mehr machen, als ein paar Tage herumreisen, in teuren Hotels wohnen und aufschreiben, was euch die handverlesenen Informanten aus dem Politikbetrieb erzählen. Die sorgen schon dafür, dass nichts schiefgeht. Sie haben euch ja einbestellt und kommen für die Kosten auf, und was das alles eigentlich soll, ist ja ihr Bier. Viellicht sind sie masochistisch." Da kann man schon schwach werden, seien wir ehrlich.

Einen Zwischenbericht hat die fixe Truppe schon vorgelegt, und ich denke, sie hat ihre Auftraggeber nicht enttäuscht. Schlimm sieht‘s nämlich aus im Lande, hat sie erfahren, und ordnungsgemäß meldete der Außenreporter der „Welle“ in die Zentrale: „Viele Menschen afrikanischer Herkunft begegnen in ihrem Alltag Vorurteilen, Diskriminierung und Hasskriminalität. UN-Experten schlagen Alarm und fordern von der Bundesregierung Taten.“

Überraschenderweise hatten die Experten in den sieben Tagen, in denen sie landauf, landab Politiker und Sozialarbeiter trafen, jede Menge Rassismus und strukturellen Rassismus aufgespürt, "racial profiling" und Vorurteile und eine Art Kastensystem. „Menschen afrikanischer Herkunft stehen in der deutschen Gesellschaft auf der untersten Stufe", hatte man Sunga dem Dritten zum Beispiel erzählt: „Sie bekommen Jobs, die sonst niemand will. Zum Beispiel putzen sie Toiletten“ statt „in den öffentlichen Dienst übernommen“ zu werden, wo sie offenbar eigentlich hingehören.

Erwartungsgemäß war auch die „taz“ ganz schockiert: Sunga III hatte nämlich erfahren, dass überall Straßen nach Kolonialherren benannt werden und die Schulkinder sich zu wenig mit den dunklen Kapiteln der deutschen Geschichte beschäftigen: „Überhaupt fehle eine gesellschaftliche Debatte, und die Geschichte der Schwarzen werde nicht ausreichend berücksichtigt.“ Aber wie gesagt: Im September wissen wir mehr. Dann kommt die ganze Wahrheit ans Licht. Bis dahin wird noch am Report gefeilt.

„Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin. Nun sind sie halt da.“ (Worte der Großen Vorsitzenden)

Leserpost (8)
Emmanuel Precht / 15.03.2017

“Die sorgen schon dafür, dass nichts schiefgeht. Sie haben euch ja einbestellt und kommen für die Kosten auf,...” Irgendwi alles wie in Hermann Hesses Glasperlenspiel. Und da Hesse ja schon einige Zeit zurückliegt, scheint es ein altbekanntes Problem zu sein. Wohlan…

Torsten Bengtsch / 15.03.2017

Ist doch gut, das Ergebnis. Wenn man das nur laut genug in Afrika bekannt macht, verspüren vielleicht weniger Afrikaner den Drang, nach Deutschland auszuwandern.

Wilfried Cremer / 15.03.2017

Meinetwegen können die Fernsehsender nur noch Afrikaner einstellen. Dann würde ich mir vielleicht wieder ein Gerät anschaffen.

Franck Royale / 15.03.2017

Aber wehe eine 79-jährige berichtet von ihrer Reise nach Südafrika, daß dort “die Schwarzen klauen” würden. Dann bricht das Ungewitter der politisch korrektierenden Medien los, dann wird von Moderatorin Jana Pareigis die Aussage der armen Angeklagten vor dem Twitter-Gericht so verdreht, daß kein Zweifel mehr an ihrer Schuldigkeit besteht, und sie unter Tränen sagen muss: “Mir ist es herausgerutscht, ohne dass ich es so gemeint habe. Aber: Ich hätte es nicht sagen sollen. Es tut mir leid.”

Heinz Bannasch / 15.03.2017

Und die Reaktion der Deutschen Wähler: “Ist mir egal wer an der Misere schuld ist - ich wähle wieder Merkel”

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir meist nur während der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen
Thilo Thielke / 26.09.2017 / 16:30 / 6

Wie der Herr, so das Gescherr. Kardinal Woelki und seine Trolle

Helden sind sie ja nicht gerade, unsere Pfaffen. Als Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, und sein evangelischer Kollege Heinrich Bedford-Strohm vor einiger Zeit gut…/ mehr

Thilo Thielke / 05.06.2017 / 18:35 / 8

Selber schuld, die Engländer!

Eine Meldung, die fast untergegangen wäre: "bento", das Magazin für kleine "Spiegel"-Leser, hat herausgefunden, warum die Islamisten in London morden mußten: Keiner wollte mit ihnen…/ mehr

Thilo Thielke / 12.05.2017 / 12:00 / 8

Endlich wird mal wieder gesäubert. Danke Ursel!

Von Thilo Thielke. Endlich wird die Bundeswehr gesäubert. Ich habe lange darauf gewartet. Mir war das immer klar, daß da was schiefläuft. Aber: Wie konnte…/ mehr

Thilo Thielke / 12.04.2017 / 12:50 / 10

Hau den Lukas! Her mit der Namens-Gerechtigkeit!

Gerade habe ich gelesen, daß der Name Mohammed schwer im Kommen ist in Deutschland, allerdings noch hinter den männlichen Vornamen Elias, Alexander, Maximilian und Paul…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com