Die Achse des Guten / 11.01.2018 / 06:25 / 9 / Seite ausdrucken

Dr. Orit legt die Deutschen auf die Couch

Orit Arfa ist den Achselesern bereits durch ihre Liebeserklärung an Deutschland „Deutschland, ich bin verrückt nach Dir" und durch ihre Video-Satire „Sag mir wo die Nazis sind" bekannt. Die Frau ist ein Tausendsassa mit angstfreiem Selbstbewusstsein und arbeitet als Autorin, Journalistin, Malerin, Liedermacherin und politische Kommentatorin.

Orit Arfas soeben erschienener Roman "Underskin" beginnt am Strand von Tel Aviv mit dem schönen Satz: „Er hasst mich". Diese deutsch-israelische Liebesaffäre ist alles außer politisch korrekt. In diesem Video gibt es einen Vorgeschmack auf das Buch (Im Moment ist der Roman nur in englischer Sprache erhältlich). In einer Besprechung von "Underskin" der in der Times of Israel heißt es: "Wie verhalten sich junge Israelis heute zu Deutschland und dem Holocaust? Eine unkonventionelle Liebesgeschichte erforscht ein sehr schweres Thema auf eine unbeschwerte, erotische Art und Weise".

Geboren in Los Angeles, zog Arfa im Jahr 2016 nach Berlin. Zuvor hatte sie über ein Jahrzehnt in Israel gelebt und hauptsächlich als Journalistin für Politik, Gesellschaft und Lifestyle gearbeitet. Sie schreibt regelmäßig für die Jerusalem Post, das Jewish Journal of Los Angeles und den Jewish News Service.

Und jetzt kommt noch eine echte Herausforderung auf Orit Arfa zu: Als Psychiater "Dr Orit" wird sie die Deutschen mit ihren Macken und Merkwürdigkeiten für Achgut auf die Couch legen. Heute ist Premiere der ersten Folge unserer Video-Satire "Dr. Orit".

Foto: Orit Arfa

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Leserpost (9)
Marcel Seiler / 11.01.2018

Erst ging sie mir enorm auf die Nerven, und am Ende wurde sie richtig gut.

Klaus Maver / 11.01.2018

Soll das Video Satire sein ?  Als es um die Entschuldigung ging, habe ich erstmal abgeschaltet. Etwas später dachte ich mir,dass kann doch nicht Ihr (” Dr. Orit ) Ernst sein und habe das Video bis zum Ende angesehen.  Oder sollen die Nachforschungen und die Entschuldigung des Enkel deutsche “Macken und Merkwürdigkeiten ”  sein ?  Wir werden sehen.

Rudi Knoth / 11.01.2018

Nun dieses Video kann man doch nicht ernst nehmen. Vor allem der Teil, wo der Mann der Jüdin “sorry” sagt, erinnert mich an “Jürgen the German”. Und eine “Erbschuld” (der Grossvater war am Holocaust beteiligt) ist auch Unsinn.

Pavel Hoffmann / 11.01.2018

Bravo, ich habe selten so gelacht. Es erinnerte mich an meinen Besuch in Israel mit einer Deutschen Reisegruppe. Beim Besuch der Klagemauer hat ein 80-jähriger Teilnehmer einen Zettel in die Mauer reingeschoben. Ich habe ihn vorsichtig gefragt was er sich gewünscht hat. Darauf hat er geantwortet:“ ich habe das jüdische Volk um Verzeihung gebeten“. Nachdem ich ihm eröffnet habe, dass ich ein Holocaust Überlebender bin und da er vermutlich nicht einmal an der Front war und ganz sicher kein KZ-Aufseher,  bräuchte er sich nicht zu entschuldigen, hatte er mich plötzlich um Verzeihung gebeten und umarmt. Wie man sieht ist diese Satire sehr realistisch. Demgegenüber hat es die “Israelkritik” bereits in den Duden geschafft.

Werner Arning / 11.01.2018

„Dr Orit“ macht es anschaulich. Die Deutschen gehören auf die Couch, weil ihre Holocaust-„Verarbeitung“ zu kopflastig, zu angestrengt und damit nicht echt ist. Was fehlt, ist ein Zugang zu der Materie über das Gefühl, über echte Trauer, über den ganz persönlichen Schmerz. Deshalb kann sich „ der Deutsche“ nicht vergeben, selbst wenn er noch hunderte Mahnmale bauen würde und noch tausende Gedenkreden halten würde. Deshalb hasst er sich, sein Land und unterschwellig die Juden. Deshalb „huldigt“ er ihren Feinden. Seine eigene Agression darf er natürlich nicht offen zeigen. Das müssen andere für ihn „erledigen“. Er kann mit seiner Schuld nicht leben, mit dem ihm „aufgebürdeten“ schlechten Gewissen. Doch anstatt Selbstvernichtung und Bestrafung und Vernichtung derer, die ihm seine nicht zu ertragende Schuld „eingebrockt“ haben, unbewusst zu erhoffen, sollte „der Deutsche“ genau das lernen, was „Dr Orit“ ihm vorschlägt. Er sollte persönlich den Juden sagen, dass es ihm leid tut, auch wenn er keinen Großvater hatte, der am Holocaust beteiligt war. Und er sollte einen Juden umarmen und er sollte weinen, viel weinen. Das was „Dr. Orit“ beschreibt, habe ich einmal in Krakau, als ich dort alleine war, (das „alleine“ schien mir dabei wichtig gewesen zu sein), erlebt und gefühlt. Sie hat recht.

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