Henryk M. Broder / 23.12.2012 / 12:57 / 0 / Seite ausdrucken

Die WDR-Publikumsstelle gibt bekannt

Schräg gegenüber dem Brauhaus Früh, im Schatten des Kölner Doms, hat der WDR seinen Sitz, die größte Anstalt innerhalb der ARD. Bei einem Umsatz von weit über einer Milliarde Euro beschäftigt der WDR über 4.000 Mitarbeiter, die meisten davon in der Verwaltung, weswegen jeder WDR-Mann und jede WDR-Frau nach dem dritten Kölsch bei Früh mit dem Super-Gag rausrückt, man sollte doch das Programm abschaffen und die Verwaltung live senden, was jedes Mal für einen lange anhaltenden Schenkelklopfen sorgt, der mit einer weiteren Runde Kölsch gefeiert wird.

Und weil der WDR ein Unternehmen ist, hat das Haus auch eine Unternehmenssprecherin, Frau Hindersin, die schon mal in wohlgesetzten Worten ein ausländisches Wochenmagazin darum bittet, “im Sinne der journalistischen Sorgfaltspflicht” einen Beitrag über die GEZ “aus dem Onlineangebot” zu löschen. Geht es freilich um die “journalistische Sorgfaltspflicht” im eigenen Haus, wie z.B. die Präsentation einer durchgenknallten Sötenicher Hausfrau als friedensbewegte Kostümjüdin, greift die Unternehmenssprecherin nicht ein, denn sie ist ja nur für die Außendarstellung zuständig. Logo. Alles Übrige erledigen der Betriebsrat und der/die Suchtbeauftragte der Anstalt.

Für den Kontakt zur Außenwelt ist neben der Unternehmenssprecherin, Frau Hindersin, auch die “Publikumsstelle” des WDR zuständig, die direkt der Intendanz unterstellt ist. Die “Publikumsstelle” scheint keinen Chef und keine Chefin zu haben, denn die Briefe, die sie schreibt, sind mit “WDR Publikumsstelle” unterzeichnet. Möglicherweise erledigt die Intendantin den Job nebenbei. Bei einem Jahresgehalt von 352.000.- Euro wäre das keine Zumutung.

Nun hat ein Gebührenzahler beim WDR angefragt, ob es denn zutrifft, dass der Kölner Rentner Walter Herrmann Teile seiner antisemitischen Installation im Eingangsbereich des WDR deponieren darf, wie es Tuvia Tenenbom in seinem Buch “Allein unter Deutschen” dokumentiert und Gerd Buurmann bei einem Ortstermin nachgesehen hat.

Sehr geehrte/r…

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 16.12.2012.

Das Befestigungsmaterial für den Stand der sogenannten “Kölner Klagemauer” – hier insbesondere das Tragwerk der Mauer, die Barken, – wird bzw. wurde weder in den Räumen noch auf dem Grundstück des WDR gelagert. Nach Prüfung des durch den WDR beauftragten Sicherheitsdienstleisters wurden bzw. werden zum Teil noch Barken der Klagemauer neben dem Gebäude Funkhaus auf dem Grundstück der Stadt Köln gelagert. Diese Fläche ist für jeden öffentlich zugänglich und von der Domplatte in weniger als einer Minute erreichbar. Gegen die Verbreitung von anderslautenden falschen Behauptungen werden wir gerichtlich vorgehen.

Freundliche Grüße und ein frohes Weihnachtsfest
Ihre
WDR Publikumsstelle

Während also die Unternehmenssprecherin nur anregt und bittet, droht die Publikumsstelle unverhohlen mit rechtlichen Konsequenzen. Das geht weit über den üblichen Service hinaus. Allerdings ist bis jetzt weder bei Suhrkamp, dem Verlag von Tenenbom, noch bei Buurmann ein anwaltliches Schreiben eingetroffen. Möglicherweise müssen in diesem Fall die Aktivitäten und Zuständigkeiten der Unternehmenssprecherin und der Publikumsstelle koordiniert werden. Am besten bei einem Glas Kölsch oder auch zwei im Brauhaus Früh direkt gegenüber dem WDR. Das kann dauern, denn seit dem 11.11. ist ganz Köln wieder in Karnevalslaune. Warten wir also den Aschermittwoch am 13. Februar 2013 ab. Alaaf, Helau, Heil Herrmann und Vivat WDR!

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