Vera Lengsfeld / 22.11.2016 / 06:29 / Foto: Ed g2s / 25 / Seite ausdrucken

Die unheimliche Ansage der Angela Merkel

Es ist schon alles zu Merkels neuer Kanzlerkandidatur gesagt, nur noch nicht von allen? Keineswegs. Die wichtigste aller unbeantworteten Fragen ist, was die alte und vermutlich neue Kanzlerin dem Land zu geben gedenkt. Wenn man in ihren gestrigen Verlautbarungen sucht, wird man im Interview mit Anne Will fündig. Neben all den Wortbausteinen wie „meine Partei“, „soziale Marktwirtschaft“, „unsere Werte“, die sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wiederholte, um den Eindruck zu erwecken, sie stünde fest in der Programmatik der vormerkelschen CDU, entschlüpften ihrem Wortschwall Hinweise, wo sie gedanklich wirklich steht.

Sie benutzte für die Deutschen die Formulierung: "diejenigen, die schon länger hier leben" und stellte sie jenen gegenüber, die "die neu dazugekommen sind". Das sind Formulierungen aus einen „Impulspapier“, das von staatlich geförderten Migrantenorganisationen kürzlich auf dem 9. Integrationsgipfel vorgelegt wurde, zu dem unsere Kanzlerin in ihr Amt eingeladen hatte. Das Papier, das weitreichende Forderungen bis hin zu einer Grundgesetzänderung enthält und den Ausbau einer staatlich finanzierten Parallelbürokratie der Migranten verlangt, sollte offenbar in aller Stille angenommen werden.

Das misslang. Ich habe auf meinem Blog und der Achse des Guten auf das Papier hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass die in ihm formulierten Forderungen auf eine Abschaffung der Bundesrepublik hinauslaufen. Immerhin haben so viele Internet-Medien die Sache aufgegriffen, dass es zu Protesten innerhalb der CDU kam, zumal die Integrationsbeauftragte Özoğuz kurz darauf auch noch „Augenmaß“ bei der Verfolgung von Islamisten forderte.

Nun hat die Kanzlerin mit ihrer Formulierung bewiesen, dass sie sich die Diktion dieses Papiers zu eigen gemacht hat. Wenn das so ist, kann sie damit kaum inhaltliche Probleme haben. Was diese Worte beinhalten, hat niemand besser auf den Punkt gebracht als der Schriftsteller und Historiker Klaus-Rüdiger Mai:

„Indem „diejenigen, die schon länger hier leben“, denjenigen gegenübergestellt werden, "die neu dazugekommen sind", spielt man nicht nur Bevölkerungsgruppen gegeneinander aus und betreibt Desintegration, sondern beginnt die schleichende, aber konsequent betriebene Entrechtung der deutschen Bürger, denn die sind es, die "positiv diskriminiert" werden sollen. Begrifflich vollkommen unklar bleibt, wer mit "denjenigen, die schon länger hier leben" und mit "denjenigen, die neu dazugekommen sind" gemeint sind. Ab welchem Stichtag gilt man als jemand, "der schon länger hier lebt", und ab welchem, als jemand, "der neu hinzugekommen ist"? Wie wird das Länger-hier-leben und das Neuhinzugekommen-sein definiert? Wie werden Kinder von Eltern, die durch die Migrantenorganisationen in die beiden unterschiedlichen Kategorien eingeordnet werden, betrachtet? Als Halb- oder Dreiviertelschonlängerhierseiende oder Halb- oder Dreiviertelneuhinzugekommene? Die Einteilung von Menschengruppen dient der Diskriminierung, in diesem Fall natürlich der positiven Diskriminierung, der aktiven und womöglich bald schon gesetzlich geregelten Benachteiligung der Bürger, "die schon länger hier leben", und ihrer Kinder.“

Das Ganze soll nach Vorstellung der Migrantenverbände durch eine Grundgesetzänderung und durch die Verabschiedung eines Bundespartizipations- und Integrationsgesetzes in 2017 erreicht werden. Ist es das, was Kanzlerin Merkel, die anscheinend neben unserer Staatsflagge auch das Wort „deutsch“ aus der Öffentlichkeit verbannen will, Deutschland geben möchte?

Ausgeschlossen ist es nicht, denn in den vergangenen Jahren hat Kanzlerin Merkel bereits rot-grüne Politik gemacht. Das betrifft den Blitz-Atomausstieg, die Energiewende, die Politik der offenen Grenzen, die von Claudia Roth ein Vierteljahrhundert lang gefordert und von Kanzlerin Merkel im Alleingang exekutiert wurde.

Die Gefahr von Rot-Rot-Grün besteht lediglich darin, dass diese Politik ohne Merkel fortgesetzt würde. Sie ist die erste Kanzlerin, die bei der Opposition beliebter ist als bei den Wählern der Partei, deren Vorsitzende sie ist. Wenn sie als Kanzlerin gewählt wird, dann mehrheitlich mit den Stimmen von Rot-Rot-Grün. Die CDU-Granden haben mit ihrer widerstandslosen Zustimmung zu Merkels Kandidatur nicht nur der Fortsetzung einer Politik Beifall gespendet, die dem inhaltlichen Kern der CDU widerspricht, sondern auch die endgültige Zerstörung ihrer Partei bejubelt. Mit der CDU wäre das Erfolgsmodell der alten Bundesrepublik beseitigt. Das wäre ganz im Sinne der Migrantenverbände und der von ihnen angestrebten Ziele.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Vera Lengsfelds Blog "freedom is not free"

Foto: ed g2s news.navy.mil via Wikimedia

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Leserpost (25)
Ludwig Atzinger / 22.11.2016

Dies Aussage ist nur auf die Migranten gemünzt und zwar die die schon länger hier leben und die die als neu und Flüchtling ( Wirtschafts Schmarotzer ) bezeichnet wird.

Hans Bott / 22.11.2016

Danke für diesen diesen sehr guten Artikel. Jeder m/w, der schon länger hier lebt, sollte einfach bis zum September 2017 zwei bis drei bisher noch anders Denkende, aber auch schon länger hier Lebende überzeugen, nicht mehr Angela Merkel zu wählen. Es nutzt nichts, sich nur in Foren zu bewegen, in denen Gleichgesinnte ihre Meinungen kundtun. Wir können uns hier Anregungen und Argumente holen, müssen aber vor allem die noch Andersdenkenden überzeugen. Am besten kann das im privaten Umfeld gelingen. Die Zeit läuft. Packen wir`s an!

Wieland Schmied / 22.11.2016

Still ruht die See, und wir alle werden erleben, daß alles so kommt, wie Merkel und Konsorten es sich vorgenommen haben. Es gibt keinerlei Widerstand in diesem Lande, also kann die “Elite” davon ausgehen, daß sie die Zustimmung ‘aller bereits hier seienden’  zu ihrer vorsätzlichen Tötung Deutschlands hat. Wir haben es also gewollt und folglich verdient, wenn man uns versklavt und lebendig begräbt.

S. Borchard / 22.11.2016

Wenn man dies liest und den Links folgt und auch diese liest, dann ist das Erschrecken groß und man überlegt, ob die Auswanderung der richtige Weg ist. Die größte Frage stellt sich aber: Wie groß ist der Hass der Fr. Merkel auf die Bundesrepublik weil diese die DDR “abgeschafft” hat, dass Fr. Merkel nun seit 12 Jahren versucht die Bundesrepublik abzuschaffen - hat sie bisher nicht geschafft - daher die erneute Kandidatur um dies in den nächsten 4 Jahren zu erledigen. Da kann man nur sagen: Fr. Merkel machen sie weiter so - sie schaffen das!!!!!

Wolfgang Richter / 22.11.2016

Damit setzt die uns Regierende jetzt für jeden erkennbar das um, was sich schon bei der CDU-Wahlparty 2013 für jeden, der Sehen konnte und Wissen wollte, ankündigte, als sie auf der offenen Bühne dem euphorisch mit dem Deutschland-Fähnchen wedelnden Herrn Gröhe selbiges weg nahm, dieses beiseite legte, dabei einen Gesichtsausdruck an den Tag legte, als ob eines ihrer Kindlein gerade mit einem Hundehaufen gespielt hätte.  Bleibt die Hoffnung, daß zumindest ab jetzt genug der “hier schon länger Lebenden” bereit sind, ihre Schlüsse zu ziehen,  und die Kreuzchen bei den anstehenden Wahlen so zu setzen, daß sie dem links-grünen Umerziehungs- und gesellschaftlichen Umgestaltungswahn, der von ihnen auch noch zu alimentieren ist, noch einmal entgehen. Ansonsten soll sich anschließend keiner beschweren, er habe es nicht wissen können, wenn ggf. dann auch der störende Schriftzug an “unserem” Berliner Parlamentsgebäude “Dem Deutschen Volke” abgemeißelt wird, um ihn durch “der Bevölkerung” zu ersetzen.

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