Gastautor / 10.11.2012 / 12:50 / 0 / Seite ausdrucken

Die Kultur ist ein Meister aus Deutschland

Thomas von der Osten-Sacken


Ob die letzten Schreie und Seufzer, wie genau er vor wenigen Tagen starb, wir wissen es nicht, von Star Beheshti irgendwer hörte, außer seinen Folterknechten? Vermutlich nicht. Aber sie hallen trotzdem durch den Iran und über seine Grenzen hinaus, wie die unzähliger und ungezählter Anderer, die im Evin Prison, oder anderen Gefängnissen der islamischen Republik, in täglicher Routine gequält, mißbraucht und exekutiert werden.

Kunst in so einer Umgebung kann keine sein, ja Reden über Kunst und Kultur mit den Folterknechten alleine schon ist offene Kollaboration, erinnert, der Vergleich drängt sich förmlich auf, an jene SS-Männer, die sich, wohlig zurückgelehnt im Sessel und bei einem Glas Wein, Beethoven zur Entspannung anhörten, nach vollbrachtem Tageswerk.

Und nur wenn man dieses Kunstverständnis auch zugrunde legt, handelt es sich bei deutsch-iranischer Kooperation in der Tat um eine “Brücke der Kulturen”:

In der iranischen Hauptstadt Teheran, wurde am Dienstag eine deutsche Kultur-Ausstellung in der Iranischen National Bibliothek und Archiv (INLA) eröffnet.

Die Ausstellung mit dem Titel “Kunst, Eine Brücke zwischen den Kulturen”, wurde während einer Zeremonie vom deutschen Botschafter in Teheran, Bernd Erbel, und dem Leiter der INLA, Es’haq Salahi, sowie einer Gruppe von deutschen und iranischen Politikern und Künstlern eingeweiht, berichtet die Teheran Times.

Der deutsche Kulturbegriff, ein weiterer ihrer Exportschlager, ist bei Offiziellen von Folterregimes, wie dem iranischen, deshalb so äußerst beliebt, nicht weil er nur kompatibel mit der dort herrschenden Barbarei wäre, sondern ihr unmittelbar zum Ausdruck verhilft.

Ob sich, nachdem sie Behesti zu Tode gebracht haben, seine Mörder, ganz nach deutschen Vorbild, wohl in dieser Ausstellung ein wenig erholt haben? Es wäre ihnen von Herzen zu gönnen, denn einzig diesem Zweck sollte solche Kultur dienen.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

Leserpost (0)

Leserbrief schreiben

Leserbriefe sind nur am Tag der Veröffentlichung möglich.

Verwandte Themen
Gastautor / 22.01.2018 / 06:28 / 23

Rechts von der Union wird es jetzt richtig geräumig

Von Markus Karp. „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!“ – so oft ist dieses Zitat des barocken Bajuwaren Franz Josef…/ mehr

Gastautor / 15.01.2018 / 11:30 / 7

Zensur wird teuer!

Von Reinhard Schlieker. Das erst seit einigen Tagen in Kraft befindliche Netzwerk-Durchsetzungsgesetz entfaltet seine verheerende Wirkung schneller als gedacht – und wenn die Entwicklung so…/ mehr

Gastautor / 05.01.2018 / 16:05 / 12

Altersdiagnostik – Seltsame Stimmen aus dem Funktionärskörper

Von Wolfgang Meins. Der Anlass ist zweifellos ein trauriger: Aber durch den Mord von Kandel – dringend tatverdächtig ist bekanntlich ein angeblich erst fünfzehnjähriger afghanischer…/ mehr

Gastautor / 02.01.2018 / 17:30 / 17

Bürgerversicherung – was ist da faul?

Von Frank Mußhoff. Ein Dauerbrenner bei SPD, Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE ist die sogenannte Bürgerversicherung (BV). Aktuell ist sie wieder ganz oben auf…/ mehr

Gastautor / 30.12.2017 / 06:12 / 3

Denn eins ist sicher: die Bankeinlagen – wirklich?

Von Marcus S. Fritsch. „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“ Spätestens seit dieser bemerkenswerten…/ mehr

Gastautor / 29.12.2017 / 06:25 / 13

Staatliche Umverteilung – Tragödie einer Zivilisation

Von Peter Ruch. Eine Gesellschaft, die jeden Tabubruch als Erfolg feiert, sollte auch vor dem härtesten aller Tabus nicht zurückschrecken: Dem sozialen Umverteilungsstaat. Eine ganze…/ mehr

Gastautor / 28.12.2017 / 06:25 / 32

Medizin-Ethik in Zeiten der Willkommens-Ideologie

Von Wolfgang Meins. Der Medizin-Ethiker ist gut beraten, zunächst einen möglichst unverstellten Blick auf den wissenschaftlichen Kenntnisstand und die mit seinem Thema verbundene Lebenswirklichkeit zu…/ mehr

Gastautor / 07.12.2017 / 06:13 / 23

Trumps Jerusalem-Rede auf deutsch

Dies ist die deutsche Mitschrift der Rede von Präsident Donald Trump, die er gestern Abend am 6. Dezember 2017, im "Diplomatic Reception Room" des Weißen…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com