Thilo Thielke / 07.02.2016 / 17:01 / 4 / Seite ausdrucken

Die Grenzen des Wachstums

Vielleicht sollte man das derzeitige Chaos in Europa als rechtzeitige Warnung begreifen: Manche Ideen, und sollten sie noch so schön sein, funktionieren eben nicht. Und dazu gehört auch dieses sogenannte „Europa ohne Grenzen“, also ein von Brüsseler Bürokraten geführter Vielvölkerstaat.

Vielvölkerstaaten gehen nämlich meist mit einem schrecklichen Getöse zugrunde, mögen sie Österreich-Ungarn, Jugoslawien oder Sowjetunion heißen. Die meisten Nationen, Staaten, Völker, Stämme mögen sich lieber selbst bestimmen – nicht nur auf dem Balkan, auch in Ost-Timor, im Südsudan, in West-Papua. Am laufenden Band werden aus diesem Grund neue Staaten gegründet; seit 1970 wurden genau 60 auf der Erde unabhängig. Die Bewohner wollten es meist so.

Wer sagt eigentlich, daß ein vereintes Europa die Kriegsgefahr auf dem Kontinent mindert? Vielleicht verhält es sich genau anders herum. Vielleicht schaffen wir ein Monster, ohne es zu merken.

Sind diejenigen, die so vehement die Auflösung Deutschlands in Europa fordern, nicht einfach nur von ihrem deutschem Selbsthaß getrieben? Sind es nicht die selben, die einen Staat DDR ganz gerne noch eine Weile erhalten hätten – trotz der wirklich schrecklichen Grenzen? Und die jetzt in Deutschland die massenhafte Besiedlung mit Arabern und Afrikanern erzwingen wollen – angeblich aus Nächstenliebe?

Sind das vielleicht auch diejenigen, die gleichzeitig ständig durch die Welt reisen und jeder noch so schrägen Rebellentruppe zu einem eigenen Staat verhelfen wollen? Die uns jetzt erzählen, Grenzen innerhalb Europas würden den Warenverkehr beeinträchtigen, obwohl sie sonst immer lautstark „Grenzen des Wachstums“ für Deutschland fordern?

Sie müßten doch ganz zufrieden sein, wenn die Laster mit den deutschen Waren sinnlos an den Grenzen herumstünden und so der Kapitalismus gezähmt würde. Die Wahrheit ist: Sie glauben ihre eigenen Märchen nicht.

Leserpost (4)
Nicolas Jost / 09.02.2016

Ich muss ganz entschieden widersprechen! “Wer sagt eigentlich, daß ein vereintes Europa die Kriegsgefahr auf dem Kontinent mindert?” Ich sage das. Die Generation meiner Großonkel und -väter ist bis heute entsetzt, teilweise sogar wütend, wenn irgendein wohlmeinender Zeitgenosse einen gemeinsamen Ausflug ins nahe Elsass vorschlägt. Man fährt nicht zum Erbfeind. Der Gedanke, dass Deutschland den Spaniern den Krieg erklärt, um die “Mallorca-Frage” zu lösen, dürften die meisten Mitmenschen unter 30 ziemlich lächerlich vorkommen. Für die rasante Entwicklung dieser europaweiten Völkerverständigung gibt es exakt vier Gründe: 1. Erasmus 2. EasyJet 3. Schengen 4. Freizügigkeit und Wohnsitzwahl in der EU

Romana Blechschmidt / 08.02.2016

Es sind auch die Leute, die den Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens positiv gegenüberstehen, aber Gift und Galle sprühen, wenn Bayern sich über den Länderfinanzausgleich beschwert. Dabei geht es auch den Katalanen ganz banal um Cash.

Peter Schuh / 07.02.2016

Ihr Beitrag trifft genau den Kern der Sache. Der “Zusammenführungswahn” und die Vorstellung dass dies die Situation der Menschen verbessern könnte ist eine der zentralen Suggestionen mit denen die Eliten versuchen ihre Macht zu sichern. Aus der Geschichte wissen wir dass dies nie zu einer besseren Gesellschaft sondern meist zu Gewalt und Krieg geführt hat. Der Ansatz dass man unterschiedliche Kulturen zusammenführt, und Menschen “integriert” beeinhaltet in sich einen Widerspruch. Entweder müssen die “Integrierten” einen Teil ihrer Kultur aufgeben oder es müssen verschiedene Kulturen im selben Raum nebeneinander existieren. Zu was das führt zeigt die Geschichte. Und wie eng der Rahmen hier gesteckt ist zeigen Beispiele wie Katalonien oder Schottland. Die “Vereinigten Staaten von Europa” sind das Horrorszenario schlechthin.

Clemens Hofbauer / 07.02.2016

Österreich-Ungarn ist nicht an den Nationalitäten, sondern an dem gemeinsam mit dem Deutschen Reich verlorenen Krieg zugrunde gegangen. Soviel Genauigkeit sollte doch noch sein. Dass es sich mit seinen Nationalitäten nicht leicht getan hat, ist allerdings auch nicht verwunderlich. Die damaligen Lösungen könnten sogar heute noch für Nationen mit gemeinsamer Geschichte in einem gemeinsamen Staat vorbildlich sein. Die EU wird jedoch nicht an den vielen Nationen zugrunde gehen, sondern an der fiesen und hintervotzigen zentralistischen Politik, die vor allem dazu gut ist, die Verantwortung für die massenhaften überflüssigen nationalen und europäischen Gesetze zu verschleiern. Die FRage, wer sich jetzt ein Gesetz gewünscht hat, wird schwierig zu beantworten. War es jetzt ein nationales Parlament, wurde eine nationale Regierung in Brüssel tätig, oder eine internationale Interessengruppe? Für das Unangenehme ist somit immer eine andere Instanz schuld. Soweit ich mich dunkel erinnere, wurde uns seinerzeit die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips versprochen. Gehalten wurde das nie. Bei dem ganzen Wirrwarr der zahllosen Dinge, in denen die “europäischen WErte” ihren Ausdruck finden sollten, scheint mir als einzige Konstante und damit als einziger euroäischer Wert (sic!) der Vertragsbruck herauszukristallisieren. Daran wird Europa zugrunde gehen, nicht an den Nationen. Im übrigen sehe ich keinen Grund, der gegen offene innereuropäische Grenzen spricht, aber zahllose, die gegen offene Außengrenzen sprechen. Und auch wenn sie Merkel ins Kanzlerherz geschlossen haben sollte, aber Flüchtlinge sind keine Nation.

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