Ralf Schuler / 05.12.2017 / 18:08 / Foto: Magicwarrior1 / 5 / Seite ausdrucken

Die Fakten passend arrangieren!

Glyphosat ist krebserregend, wer was anderes behauptet, ist ein Lobbyist der Chemiekonzerne und natürlich ein Umweltschwein. Diesel verpestet die Luft, und wer an den Messwerten und ihrer Erfassung zweifelt, ist verlängerter Arm der Autoindustrie, zumindest aber potentieller Vergifter unserer Kinder. Es macht vieles leichter, wenn man sein Bild von der Welt vom angenommenen Ergebnis rückfolgert, anstatt die Realität zu erkunden.

Weil die Annahme stimmen muss, arrangiere man die Fakten passend. Ein Prinzip, dass gerade in der Politik auch immer beliebter wird. So schreibt der geschätzte Kollege Heribert Prantl in der SZ, in Bayern boome die Wirtschaft „trotz der CSU“, höre er.

Das ist schon beachtlich: Obwohl sich die Christsozialen nach Kräften bemühen, es der heimischen Ökonomie schwer zu machen, rappelt die sich wieder hoch. Da kann man nur zurufen: Bleibt tapfer, liebe Unternehmen, in dem Land dass nach Ansicht der SZ seit 70 Jahren falsch regiert wird, in dem die Menschen immer wieder gegen ihre Interessen wählen, sich jetzt in Gestalt von Markus Söder schon wieder (!) ein unfähiger Kandidat durchgesetzt hat und die Menschen in Scharen aus dem ganzen Rest der Republik einwandern.

„Wenn Macron ruft..."

Völlig richtig macht es dagegen derzeit die SPD. Sie wollte eigentlich nicht wieder in die Große Koalition mit der Union, aber weil Frankreichs Präsident Macron SPD-Chef Martin Schulz mehrfach gedrängt hat, doch wieder mit der Kanzlerin gemeinsame Sache zu machen, hat er die Sache jetzt noch mal überdacht. Schließlich brauchten Macrons Reformpläne für Europa eine stabile Regierung in Berlin.

Das wird SPD-Mitglieder und Wähler sicher überzeugen, dass Macron drängelt. Früher wollten Parteien noch regieren, um sich für die Interessen ihrer Anhänger im Lande einzusetzen, aber wenn Macron ruft, wer wollte sich da verschließen!? Auch Griechenlands Premier Alexis Tsipras habe mehrfach gesimst und zur GroKo ermuntert, ließ Schulz wissen. Wenn das kein Grund ist! Europas größter Polit-Windbeutel sorgt sich um unpünktliche Überweisungen aus der Nord-EU und gibt Tipps für die Regierungen der Nettozahler.

Es läuft!

Foto: Magicwarrior1 CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost (5)
Rudolf George / 06.12.2017

Dass Herr Prantl und sein Schwager in Hamburg sich die Welt zurecht schreiben, wie es zu ihrer ideologischen Vorgabe passt, ist ja nichts neues. Verwundert bin ich immer nur über die schafsgleiche Leserschaft, die sogar dafür bezahlt, an der immer gleichen „Weisheit“ teilhaben zu dürfen.

Frank Mora / 06.12.2017

Ach Prantl! Wo wäre der gute Mann, wenn seine hochdefizitäre Postille nicht mittels “Rechercheverbund” (hat zwar einen Geschäftsführer, steht aber nicht im Handelsregister) durch unser aller Kopfpauschale (bei GEZ gut, bei Krankenkasse schlecht) beathmet und sein Haushaltseinkommen durch die Multimillionenerbschaft seiner Frau (leistungsloses Einkommen) formidabel abgesichert wäre…

Ingo Schmitt / 05.12.2017

Macron jubelte auch als Deutschland davon sprach auch der Kohle auszusteigen,ich wusste sofort warum.Und gerade konnte man lesen das Frankreich zig neue Atomkraftwerke bauen will… Hauptsache Deutschland steigt aus allem aus…

Michael Lorenz / 05.12.2017

Frage an Radio Eriwan: würde es noch Wolle und Schaffleisch geben, wenn die Schafe der Produktion zustimmen müssten? Radio Eriwan antwortet: im Prinzip ja, nur wäre dann Deutschland der einzige Exporteur.

Dirk Jungnickel / 05.12.2017

Wenn der “geschätzte Kollege Heribert Prantl”  diagnostiziert, dass es in Bayern trotz der CSU flutscht, dann wird er seine Gründe haben. Vor allem sein oft erwiesener mangelnder linksgetrübter Durchblick dürfte einer sein. SPD und der Salonkommunist Tsipras - Geschwister im Geiste , wenn man will - werden die Europäische Misere schon richten. Niemand darf benachteiligt werden, aus dem großen Topf dürfen sich alle mit einem gleichlangen Löffel bedienen. Es ist da nur der böse Kapitalist, der Teufel, der immer nach dem längsten Löffel greift.

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