Henryk M. Broder / 17.12.2012 / 10:17 / 0 / Seite ausdrucken

Die deutsche Besessenheit

Tenenbom ist monatelang kreuz und quer durch Deutschland gefahren und hat mit wichtigen und weniger wichtigen Menschen gesprochen, vom Alt-Bundeskanzler Schmidt über den Komiker Helge Schneider bis zum Direktor des Hotels “Elephant”, wo er in dem Zimmer übernachtete, in dem auch Hitler logierte, wenn er sich in Weimar aufhielt. Weswegen die amerikanische Ausgabe des Buches unter dem Titel “I Sleep In Hitler’s Room” erschien. Und wo er war und mit wem er sich unterhielt, immer wieder stellte er fest: Die Deutschen sind von Juden besessen, wie von einem Geist, der unsichtbar aber unüberhörbar in einem alten Haus herumspukt. Dabei meinen sie es gut mit den Juden, die sie davor bewahren wollen, den Palästinensern das anzutun, was die eigenen Eltern und Großeltern den Juden angetan haben.

Deswegen gibt es in der Bundesrepublik nicht nur 80 Millionen Einwohner, sondern mindestens ebenso viele Experten für den Nahen Osten. Deswegen ist “Israelkritiker” zu einem Beruf und “Israelkritik” zu einem Volkssport geworden, der von Jungen und Alten, Rechten und Linken, Dummen und Gescheiten mit einer Leidenschaft praktiziert wird, zu der nur die “Weltmeister der Herzen” in der Lage sind.
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article112061213/Die-deutsche-Besessenheit.html

Das meint der Leser:
Mag sein, dass die Deutschen von den Juden nicht los kommen. Die Juden kommen aber von den Deutschen auch nicht los. Broder sowieso nicht.

Die von Herrn Broder vorgelegte Indizienkette ist nicht ausreichend, um von einer “Besessenheit der Deutschen” zu reden. Hier handelt es sich ausnahmslos um Einzelfälle.

Tuvia Tenenbom haette auch durch das Westjordanland oder Gaza reisen koennen um festzustellen wie Israelis ticken.Fragwuerdige Studien werden in der Welt gern gedruckt nur haben Sie wenig mit der Realitaet zu tun und dienen mehr zu Manipulationen.

Wir Deutschen dürfen doch gar nicht wirklich äußern was wir denken aufgrund unserer Geschichte. Kritik am Judentum wird gleich mit Antisemitismus gleichgesetzt und wir müssten doch alles gutheißen, was Juden veranstalten könnten, selbst wenn sie verachtungwürdig handeln würden. Unsere Geschichte ist unser Damoklesschwert.

Leute wie dieser Tuvia Tenenbom sind es, die leider wieder zu einem Anwachsen des Antisemitismus beitragen. Dabei will der Mann will schlicht nur seine Vorurteile vermarkten. Mit Sätzen wie ” die Deutschen sind noch genau so schlimme Antisemiten wie zu Hiltlers Zeit” kann er vielleicht sein Buch in Amerika zu Geld machen, hierzulande wird man ihn eher dafür verachten. Einige Juden sollten sich daher gelegentlich mal fragen, in wie weit sie durch ihr Verhalten zum sogenannten Antisemitismus beitragen.

Vielleicht sollte einmal erwähnt werden das gerade einmal 0,2% (!) der Weltbevölkerung Juden sind. Für eine solch lächerliche Minderheit wird in den Zeitungen dieser Minderheit eine unglaublich grosse Bühne geboten. Ist das in irgendeiner Weise verhältnismässig ausgewogen?

Jude, Juden, Juden… Warum zum Teufel sollte ich mich mit dieser Minderheit in diesem Land beschäftigen? Mich interessieren keine Juden und ich fühle mich ihnen gegenüber auch zu absolut NICHTS verpflichtet. Artikel wie dieser bewirken bei mir nur eins: Das Juden anfangen mich zu nerven!


Mit seinen penetranten Artikeln heizt Broder den Antisemitismus nur kräftig an, was durchaus in seinem Sinne sein und von ihm mit tiefer Befriedigung zur Kenntnis genommen werden dürfte.

Leserpost (0)

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir nur innerhalb der ersten zwei Tage nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen
Henryk M. Broder / 14.08.2016 / 10:05 / 4

Unorthodox: Das Drama der begabten Tochter

Ein älterer Löwe und eine junge Löwin sitzen sich in einem Kreuzberger Café gegenüber und versuchen, einander an Demut und Bescheidenheit zu überbieten. "Was werden…/ mehr

Henryk M. Broder / 12.08.2016 / 11:45 / 18

Bei Kempinski unter dem Sofa gibt es ein Geheimnis aus grauer Vorzeit

An die Direktion des Hotel Kempinski, Berlin sehr geehrte damen und herren, ich möchte gerne bei ihnen ein zimmer buchen, habe aber bedenken aufgrund des…/ mehr

Henryk M. Broder / 08.08.2016 / 13:15 / 11

Beim nächsten Anschlag wird alles anders

Nicht, dass es viel helfen würde, aber es ist immerhin eine nette Geste. Nach den Anschlägen in Istanbul, Brüssel und Paris wurde das Brandeburger Tor…/ mehr

Henryk M. Broder / 07.08.2016 / 16:50 / 13

Ich verstehe jeden, der sich der Realität verweigert

Nicht das Prinzip Hoffnung bestimmt das menschliche Verhalten, sondern die Negation der Realität zugunsten einer Fiktion. Im Witz ist es der Selbstmörder, der von einem…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com