Gastautor / 19.08.2017 / 11:02 / 8 / Seite ausdrucken

Der wahre Islam ist der real existierende Islam

Von Thomas Eppinger.

Seit 9/11 ermordeten islamische Terroristen über 220.000 Menschen. Mehr als 300.000 wurden verwundet. Die meisten Opfer des islamischen Terrors sind Muslime. Auch wenn es angesichts des millionenfachen Leids der Angehörigen und Hinterbliebenen schwer fallen mag: man soll einen Kulturkreis nicht an dessen Extremen messen, sondern an seinem Alltag. Und der Alltag in islamischen Ländern ist nicht weniger erschreckend.

Im Iran wurden im Juli dieses Jahres innerhalb von nur 12 Tagen 56 Menschen hingerichtet. Alle vier Stunden eine Hinrichtung. 2016 sank die Zahl der jährlichen Hinrichtungen von knapp 1.000 auf mindestens 530, darunter Frauen und Minderjährige. Nicht nur im Iran, in so gut wie allen islamischen Staaten sind exzessiv grausame Strafen an der Tagesordnung. Es wird gehängt, geköpft und ausgepeitscht. Dieben wird die Hand abgehackt, auch wenn sie nur ein wenig Schokolade und Kakao gestohlen haben. Ehebrecherinnen werden gesteinigt, vor allem in Afghanistan, Nigeria, Iran, Irak, Jemen, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte verzichtet bei ihrer Schilderung einer Steinigung auf drastische Formulierungen, trotzdem wird einem beim Lesen übel.

Leben unter Polizeischutz

Die Proteste der hiesigen Islamverbände gegen islamische Terroristen und islamische Regimes, die Homosexuelle an Kränen aufknüpfen, von Dächern stürzen und regimekritische Blogger auspeitschen, bleiben unterhalb der Wahrnehmungsschwelle – sofern sie überhaupt vorhanden sind. Mehr als pflichtschuldige Distanzierungsfloskeln hört man kaum. Ein krasser Gegensatz zu der Dauerempörtheit, mit der auf islamkritische Stimmen reagiert wird. Die täglichen Morde im Namen ihrer Religion scheinen die meisten Muslime weniger zu stören als Kritiker wie Hamed Abdel-Samad oder liberale Muslima wie Seyran Ates – beide leben wegen der ständigen Morddrohungen unter Polizeischutz.

Noch irritierender als die innerislamische Solidarität ist die Toleranz vieler Linker gegenüber einer erzreaktionären Kultur und deren religiösem Überbau. Wer sich leidenschaftlich an der Katholischen Kirche abarbeitet, aber zum Islam schweigt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, mit zweierlei Maß zu messen. Der Blick auf historische Kulturleistungen darf die Sicht auf gegenwärtige Zivilisationsbrüche nicht verstellen.

Nach der islamischen Expansion bis Mitte des achten Jahrhunderts reichte das arabische Reich von Spanien über Nordafrika, die arabische Halbinsel und Persien bis Pakistan. In der darauf folgenden Blütezeit des Islam erbrachte der islamische Kulturkreis herausragende Leistungen und war dem Abendland in so gut wie allen Geistes- und Naturwissenschaften überlegen. Während der Herrschaft der Abbasiden 750 bis 1258 n. Chr. wuchs das erst 762 gegründete Bagdad zum Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung heran. In Al-Andalus, dem von den Mauren beherrschten Teil der iberischen Halbinsel, blühten im Mittelalter die Emirate von Cordoba und Granada zu kulturellen und wissenschaftlichen Zentren auf.

Unter den Osmanen begann der Abstieg

Es war die Zeit der großen islamischen Universalgelehrten. Geistesgrößen wie AvicennaJohannitius oder Averroës gingen in die Geschichte ein. Die islamische Welt erbrachte herausragende Leistungen in Medizin, Mathematik, Astronomie, Chemie, Geographie, Literatur und Philosophie. Das Goldene Zeitalter des Islam fand mit der Hinrichtung des letzten Kalifen der Abbasiden im Jahr 1258 ein Ende. Unter der osmanischen Herrschaft begann der ständige Abstieg der muslimischen Welt in allen Belangen.

Wie tief die arabische Zivilisation gefallen ist, lässt sich an einem Detail des Arab Human Development Reports von 2002 veranschaulichen: jedes Jahr werden ins Arabische nur 330 Bücher übersetzt. Das entspricht einem Fünftel der jährlichen Übersetzungen ins Griechische. Während des gesamten letzten Jahrtausends (!) wurden insgesamt nur 10.000 Bücher ins Arabische übersetzt. So viel wie jedes Jahr ins Spanische. Heute ist die islamische Welt geprägt von Gewalt und Unterdrückung, in fast allen islamischen Ländern regieren autoritäre Regime. Der Islam mag zu Deutschland und Österreich gehören oder nicht, seine gegenwärtigen zivilisatorischen Leistungen bleiben jedenfalls im Dunkeln. Die islamischen Staaten bereichern die Kultur vor allem mit jenen Künstlern, die aus ihnen flüchten müssen.

Wo bleibt die Empörung?

Wenn der Islam tatsächlich die Religion des Friedens ist, wird es Zeit, dass die Muslime diese Deutung gegenüber ihren kriegerischen Glaubensbrüdern durchsetzen. Wenn katholische Geistliche ihre Schutzbefohlenen sexuell missbrauchen, treten Katholiken weltweit in Scharen aus der Kirche aus und eine – berechtigte – Welle der Empörung flutet durch die Medien. Wo sind die Scharen gläubiger Muslime, die sich gegen die Scheußlichkeiten im Namen ihrer Religion empören?

Die wenigen, die es gibt, stehen unter Polizeischutz, weil sie Angst haben müssen, von ihren eigenen Glaubensbrüdern ermordet zu werden. Freiheit und Menschenrechte können nur gedeihen, wo die Rechte des Einzelnen gegenüber religiösen Autoritäten schwerer wiegen als umgekehrt. Solange die islamische Kultur das Wohl der Umma, des Kollektivs der Gläubigen, über das Wohl des Individuums stellt, ist der Islam mit einer aufgeklärten Gesellschaft nur schwer vereinbar.

Der wahre Islam ist der real existierende, und der ist in keinem einzigen islamischen Land verlockend. Und solange sich Muslime durch Gewaltexzesse, Terror und Unterdrückung im Namen ihrer Religion nicht mehr beleidigt fühlen als durch einige Karikaturen, solange bleibt das auch der wahre Islam.

Zuerst erschienen auf http://www.mena-watch.com

Leserpost (8)
Andreas Rochow / 19.08.2017

Das ist klar nachvollziehbar und sollte Anlass dafür sein, die politisch korrekte Toleranz geundsätzlich in Frage zu stellen. Der gebetsmühlenartig vorgetragene Satz “Islam heißt Frieden” widerspricht der grausigen Realität. Kritik daran darf nicht als “Hass” oder “Islamophobie” - übrigens eine Krankheit! - verboten und verfolgt werden. Ein geforderte “Dialog” mit Muslimen, die diese Realität leugnen, ist das falsche Signal, entschlossenes Handeln im Interesse der inneren Sicherheit das Gebot der Stunde.

Ewald Kuntze / 19.08.2017

Ich habe bislang nichts von jüdischen, christlichen, buddhistischen Terroristen gehört. Alle Terroristen sind Muslime. Da hört sich das gebetsmühlenartig wiederholte “das hat mit dem Islam nichts zu tun” geradezu lächerlich an.

Werner Arning / 19.08.2017

Eine “Religion”, in der ihr Prophet zu Gewalt gegen Anders- oder Ungläubige aufruft, unterscheidet sich fundamental von etwa dem Christentum, in deren Neuem Testament der Gottessohn zur Feindesliebe aufruft. Nicht Gewalt gegen Andersgläubige wird dort gewürdigt oder gar belohnt, wie es im Koran der Fall ist, sondern das Gegenteil davon. Ein gläubiger, praktizierender Muslim kann demzufolge schwerlich dem Andersgläubigen gegenüber friedlich und wohl gesonnen sein, während genau das von einem echten Christen zurecht erwartet werden darf. Aber verhalten sich diese Gegensätze nicht wie Hund und Katze zueinander? Eine Diskussion darüber sollte immerhin möglich sein.

Rolf Tiede / 19.08.2017

Nach Lektüre von Koran und Sunna fragte ich mich schon vor geraumer Zeit, wie denn die in diesen Schriften zum Ausdruck kommende Ideologie große zivilisatorische und kulturelle Leistungen zur Folge gehabt haben könnte (“Goldenes Zeitalter des Islams in Bagdad”, “Toleranz-Idylle in Al-Andalus”, etc.). - Ein Widerspruch, der eklatant ist, und der durch das Studium der früh- und mittelislamischen Geschichte ein um das andere Mal gestützt wird! Die angeblich großen zivilisatorischen oder kulturellen Leistungen des Islams hat es niemals gegeben, sie sind ein Mythos, an deren Entstehung Vertreter der europäischen Aufklärung (gegen die erstarrte katholische Kirche gewandt) und der deutschen Romantik (vor allem Herder) ganz maßgeblich beteiligt waren. Der Islam hat nicht die geistigen Errungenschaften der Antike tradiert (das geschah eher in Byzanz), sondern die antiken Hochkulturen im Nahen Osten bis hin zum Indischen Subkontinent weitestgehend zerstört! Die großen Geister (Philosophen, Mediziner, Naturwissenschaftler) des “Goldenen Zeitalters” waren zumeist Juden, Christen, Zoroaster, Sabier, die als “Dhimmis” in Anhängigkeit von den muslimischen Herrschern lebten und jederzeit in Ungnade fallen konnten. Die kulturellen Leistungen des Mittelalters im Nahen Osten, im Maghreb und Iberien wurden nicht wegen, sondern trotz der Herrschaft des Islams erbracht…

Bernhard Freiling / 19.08.2017

Wofür brauchen Moslems übersetzte Bücher? Der Koran reicht doch. Mit dem lernen sie lesen und schreiben und auswendig lernen. In dem ist auch festgezurrt, der Jihad sei erst beendet, wenn auch der letzte Mensch islamisch geworden,  im Verweigerungsfall und ersatzweise: getötet,  sei. Üblicherweise definiert sich die “schweigende Mehrheit” damit,  daß sie gegen etwas ist, es aber nicht lautstark zum Ausdruck gibt. Die schweigende Mehrheit der Moslems definiert sich dadurch, daß sie zu jeglichen Terrorakten schweigt und insgeheim hofft, die Ungläubigen werden peu à peu beseitigt. Sogar diejenigen, wie z.B. Mazyek, die Terrorakte vordergründig verurteilen, demaskieren sich, wenn sie abschliessend anfügen, dies Alles habe aber Nichts mit dem Islam zu tun.

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