Rainer Bonhorst / 09.01.2017 / 15:00 / Foto: N-Lange.de / 6 / Seite ausdrucken

Der Sexualassistent

Assi: Guten Morgen der Herr, ich bin ihr zertifizierter Sexualassistent.

Oldie: Was jetzt schon? Ich hab Sie doch erst für heute Abend bestellt. Nach dem Essen.

Assi: Tut mir leid, heute Abend habe ich schon eine Dame der Pflegestufe zwei.

Oldie: Überhaupt. Ich habe keinen Mann bestellt. Ich möchte eine Sexualassistentin. Ich bin streng heterosexuell.

Assi: Das mag ja sein. Aber Sie wissen doch: Unser Sexualassistenzprogramm ist strikt geschlechtsneutral. Es handelt sich hier schließlich um ein Projekt der Grünen.

Oldie: Ich kann doch in meinem Alter nicht mehr umlernen.

Assi: Dazu ist es nie zu spät. Aber ich habe ja Verständnis für Ihr Problem. Würde es helfen, wenn ich Ihnen in Frauenkleidern assistieren würde?

Oldie: Na ja, wir können es mal probieren.

Assi: Wunderbar. Jetzt müsste ich nur noch Ihr Rezept sehen.

Oldie: Das liegt auf der Kommode.

Assi: Prima. Hier ist es. O je. Sie haben ja diese Woche schon dreimal eine Sexualassistenz bekommen.

Oldie: Was dreimal schon? Donnerwetter. Das hätte ich nicht von mir gedacht. Ist das ein Problem?

Assi: Leider ja. Ihre Versicherung zahlt nur drei Assistenzen im Monat.

Oldie: Was? Nur drei? Da muss ich jetzt ja wochenlang warten!

Assi: Sie hätten sich die Sache eben etwas besser einteilen sollen.

Oldie: Ach, wissen Sie. Das sagt sich so leicht.

Assi: Wenn Sie eine Sexualssistenz-Zusatzversicherung hätten, wäre die Sache natürlich anders.

Oldie: Eine Zusatzversicherung?

Assi: Sind Sie interessiert? Ich habe ein paar Anträge dabei.

Oldie: Her damit. O verflucht.

Assi: Ja, die SAZV ist nicht gerade billig.

Oldie: Das kann man wohl sagen. Egal. Ich mach's. Wenn ich die abschließe, krieg ich dann wenigstens eine weibliche Assistentin?

Assi: Das kann die gesetzliche Pflegeversicherung leider nicht garantieren. Wenn Sie privat versichert wären ...

Leserpost (6)
sabine erdmann / 09.01.2017

Diese geniele Idee der Grünen hätte ja zu keinem passenderen Zeitpunkt kommen können. Man fragt sich ernsthaft, ob die jemanden in ihrer PR-Abteilung beschäftigen, der heimlich für die AFD arbeitet und daran, möglichst viele potentielle Wähler der Grünen zu vergraulen. (Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, bitte weiter so!!!) Fällt eigentlich niemandem vom führenden Personal auf, das wir gerade ganz, ganz andere gravierende Probleme haben? Wie weit kann Realitätsverweigerung gehen?

Claudia Schweda / 09.01.2017

Daaaanke, herzlichst danke für gut drei Minuten eitel Spaß! In diesen unerfreulich düsteren Zeiten - und das bezieht sich nur zum geringsten Teil aufs Wetter - wirkt Ihr kleiner “Dialog” wie ein Tässchen Ingwertees: erhellend!

Matthias Hofmann / 09.01.2017

So verkehrt finde ich den Ansatz nicht. Es gibt viele junge Menschen, die durch Unfall oder Krankheit pflegebedürftig sind und keinen Partner haben. Sexualität gehört zu für Viele zu einem erfüllten Leben dazu; warum also nicht?

Ruth Hellweg / 09.01.2017

Klasse! Genauso könnte es gehen. Vielleicht haben die “Privaten” ja gute Lobbyarbeit geleistet bei den Grünen. ;-)

W. Kirchhoff / 09.01.2017

Köstlich :-D

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