Dirk Maxeiner / 07.11.2017 / 12:45 / 7 / Seite ausdrucken

Der ewige Antisemit – jetzt als Fernseh-Doku

"Der ewige Antisemit" von Henryk. M. Broder war eines der kontroversesten Bücher der achtziger Jahre - aufgrund einer einstweiligen Verfügung wurde es sogar kurzzeitig aus den Buchhandlungen genommen. Es löste heftige Reaktionen aus, weil es nicht den klassischen Antisemitismus der judenfeindlichen Rechten beschrieb, sondern den Antizionismus im linken und fortschrittlichen Milieu.

Der Film von Joachim Schröder nimmt diese Thematik auf. Henryk Broder, Leon de Winter und Hamed Abdel-Samad gehören zu den Protagonisten. Zu sehen ist er im BR, Mittwoch, den 8.11.2017, im Bayerischen Fernsehen von 22:45 bis 00:05 Uhr. Den Trailer oben im Bild einfach anklicken.

Ein Interview mit Henryk Broder zum Film finden Sie hier in der Jüdischen Allgemeinen"Unser Film hat nur 90 Minuten. Ich kann es aber in einem Satz sagen. Der Antisemitismus und der Antizionismus ist Teil der europäischen DNA. Es gab ihn immer, es gibt ihn immer noch und es wird ihn weiter geben. Er wechselt nur sein Kostüm".

Joachim Schröder, der Produzent des Films, hat auch die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ produziert. Sie wurde zu einer Medien-Affäre ersten Ranges. Es ging um den Versuch des deutsch-französischen Senders "arte" und des WDR, einen in Auftrag gegebenen Film über Antisemitismus verschwinden zu lassen und zu diskreditieren.

"Der ewige Antisemit" wurde parralel dazu produziert. Bei Arte wird er nicht zu sehen sein. Broder: "Bei Arte würde ich nicht mal meine alten Teebeutel entsorgen. Der Bayerische Rundfunk (BR) ist eine andere Nummer. Die haben uns machen lassen."

Der Fim ist momentan hier in der Mediathek aufrufbar.

Leserpost (7)
Andreas Rochow / 07.11.2017

Haben die mutigen ö.-r. Faktenchecker etwa diesmal nichts an dem Film auszusetzen? Spannung und Vorfreude! Danke für die Verbreitung des Sendetermins.

Gernot Radtke / 07.11.2017

Termin vorgemerkt! - Dem sollte dann noch ein dritter Teil folgen, der sich ausschließlich mit dem derzeit virulentesten Antiseminitismus (Judenhaß) der muslimischen Welt beschäftigt. Gegebenenfalls könnte man, da 45 Minuten kaum für die Behandlung des Themas reichen, einen Mehrteiler daraus machen. Diente auf jeden Fall der Völkerverständigung und dem interreligiösen Dialog. Man sollte gut kennen, vor was man sich zu fürchten hat.

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