Gastautor / 11.07.2014 / 15:58 / 3 / Seite ausdrucken

Der Antizionismus ist das Gerücht über Israel

Rede von Tilman Tarach auf der Pro-Israel-Demo am 11.7. in Berlin

Liebe Freunde,

seit einigen Wochen erleben wir erneut, wie brandaktuell der Versuch ist, Israel zu zerstören, “von der Landkarte zu tilgen”, wie es der frühere iranische Präsident formulierte. Und die Raketen, welche die Hamas nun auf Tel Aviv und andere israelische Städte sowie abenteuerlicherweise sogar auf den Nuklearreaktor in Dimona feuert, wurden der Mördertruppe der Hamas unter anderem vom Iran geliefert.

Daß die Vernichtungswünsche gegen Israel auch 66 Jahre nach Staatsgründung fortbestehen, daß es also auf palästinensischer Seite kaum eine Bereitschaft gibt, an der Seite Israels statt an seiner Stelle zu leben, hat auch mit der Politik des Westens zu tun. Bedingungslos werden Hunderte von Millionen Dollar jährlich an die Palästinensische Autonomiebehörde bezahlt, obwohl diese Gelder auch dazu benutzt werden, Terroranschläge gegen Juden zu belohnen.

“Wir werden fortfahren zu kämpfen”, erklärte vor einiger Zeit ein Hamas-Vertreter aus Gaza, “zu kämpfen, bis die Juden ganz Palästina verlassen haben”.

“Flieht, bevor es zu spät ist”, drohte vor wenigen Tagen die Hamas den Israelis.

Vielleicht wird man in 50 Jahren fragen, warum die Weltöffentlichkeit trotz derartiger Vernichtungsdrohungen weitgehend weggeschaut hat. Wahrscheinlich wird man dann auch mit großer Erleichterung ein Mahnmal für die ermordeten und vertriebenen Juden Israels errichten. Vorher allerdings werden die deutschen “Nahostexperten” noch die schwierige Frage zu klären haben, ob es sich bei diesen Aussagen nur um “Israelkritik” oder doch schon um Antisemitismus gehandelt hat.

In Wirklichkeit aber machen palästinensische und andere Dschihadisten, Geistliche und Funktionäre verschiedener Organisationen sowie die iranische Regierung mit zahlreichen derartigen Erklärungen keinen Hehl aus ihren Absichten. Dies gilt es im Auge zu halten, wenn europäische Politiker, Journalisten und weite Teile der Öffentlichkeit immer wieder Israels Selbstverteidigung als unverhältnismäßig brandmarken. Diese Leute sprechen von Verhältnismäßigkeit, ohne die Verhältnisse überhaupt zu benennen.

Hunderte von Raketen wurden in den letzten Wochen auf Israel abgefeurt, über 10.000 waren es seit dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen. Fast die Hälfte der Bevölkerung Israels befindet sich permanent innerhalb der Bedrohungsreichweite dieser Raketen. Die unsägliche Rede von der “Gewaltspirale” oder von der zu verurteilenden “Gewalt auf beiden Seiten” ist daher nicht nur dumm, sie ist verleumderisch.

Und diese verleumderische Begleitmusik zum Krieg gegen Israel ist von erheblicher Bedeutung, denn die Mordbrenner achten durchaus darauf, wie der Westen auf ihre Untaten reagiert. Jedes “Verständnis” signalisiert den Terroristen, daß sie noch einen Schritt weiter gehen können.

Der Antisemitismus ist das “Gerücht über die Juden”, heisst es in einem bekannten Diktum. Hinzuzufügen wäre: Der Antizionismus ist das Gerücht über Israel.

Von daher, meine Damen und Herren, mischen Sie sich so gut wie möglich ein, wenn Israel wieder einmal verleumdet wird. Ausgemachte Antisemiten kann man zwar nicht überzeugen, das käme dem Versuch gleich, Steinen das Sprechen beizubringen. Sie stören sich nicht an bestimmten Verhaltensweisen, sondern an der bloßen Existenz Israels.

Aber erstens gibt es auch Schwankende, niemand wird schließlich als Antisemit geboren.

Und zweitens ist es auch eine Sache der Moral.

Denn wer Israel verleumdet, redet den Mördern das Wort.

Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Leserpost (3)
Tom Brandt / 12.07.2014

Die im aussichtlosen Kampf Widerstand leistenden Juden im Warschauer Ghetto sind im Auge der deutschen Besatzer auch Terroristen gewesen, mit denen man nicht verhandelt.

Markus Weber / 12.07.2014

Sehr geehrter Herr Tarach, jetzt habe ich gerade noch einmal am Internet die Bedeutung des Wortes “Gerücht” nachgeschlagen. Der Duden meint, das Gerücht sei “etwas, was allgemein gesagt, weitererzählt wird, ohne dass bekannt ist, ob es auch wirklich zutrifft”. Jetzt gibt es zwei Wege, die man davon ausgehend einschlagen kann: 1) Über Dinge, von denen man nicht sicher weiss, ob sie zutreffen, soll keiner sprechen dürfen, ohne sich unter ernsthaften Personen unmöglich zu machen. Schliesslich redet er, ohne genau zu wissen, ob wahr ist, was er da sagt. So weit, so stimmig und einleuchtend, aber 2) ...man muss auch frei bleiben, dem Wahrheitsgehalt der Gerüchte auf den Grund zu gehen. Unter aufklärungsfreundlichen Menschen müsste sogar jedes Unterfangen begrüsst werden, in dem der Wahrheitsgehalt eines Gerüchtes geprüft wird. Die Überprüfung von Gerüchten könnte man sogar als Imperativ auffassen. Den Menschen geht es besser mit jedem Gerücht, von dem geklärt ist, ob es einen erhärteten Kern besitzt oder ob es als ganzes verworfen werden soll, dass also vielmehr eine gegenteilige Aussage der Wahrheit entspricht. Und diese nachgebesserte Wahrheit, die soll man geradezu unter die Leute bringen, damit sie dem vormaligen Gerücht entsagen können. Jetzt frage ich Sie, was man von Leuten denken soll, die sich dafür starkmachen, dass Gerüchten und Vermutungen nicht ernsthaft nachgegangen wird. Was treibt Leute an, die sich technischen Untersuchungen mit fadenscheinigen Ausflüchten und steilen Thesen (“nationale Sicherheit”) in den Weg stellen? Wenn Sie wirklich gegen Gerüchte sind, dann bringen Sie z.B. eine Untersuchung ins Rollen, in der der Überfall auf die USS Liberty noch einmal unter Beachtung aller Zeugenaussagen aufgerollt wird. Wissen Sie, es gibt am Internet das Gerücht, die Angreifer hätten separate Angriffswellen lanciert, eigens um sogar das Zuwasserlassen der Rettungsboote unter Beschuss zu nehmen, und eine, um Überlebende Seeleute vom Helikopter aus von Spezialkräften zu erledigen zu lassen, wie unlängst die Besatzungsmitglieder der Mavi Marmara. Tragen Sie etwas dazu bei, der Welt zu erklären, was diese Soldaten angetrieben hat oder dass es gar nicht so war, statt nur zu lamentieren! Und überlegen Sie sich gut, ob Sie die abgewetze Floskel “...tja, riesen Missverständnis…” von Wikipedia dabei übernehmen wollen! Das würde zur Entkräftung eines der schlimmsten antizionistzsichen Gerüchte beitragen, nämlich dem, dass die Israelis sich eben selbst gegenüber ihren Verbündeten und Sponsoren verhalten wie ein übelgelaunter Hund (”...has to act like a mad dog…”). Und kleiner Denksport zum Schluss: Was ist die reflexhafte Regung der meisten Menschen, wenn sich ihnen unvermittelt ein übelgelaunter Hund in den Weg stellt? Und wem wollen Sie’s verübeln?

Georg B. Mrozek / 11.07.2014

“Und zweitens ist es auch eine Sache der Moral.” So ist es. Ein momentan zwar unterbewertetes Argument, doch vielleicht sogar das entscheidende, denn wer die Mörder der Hamas gewähren lässt oder sie verteidigt, macht sich mitschuldig am Leid Israels. Ob ich dazu schweige oder nicht, ist genau das - eine Frage der Moral.

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