Henryk M. Broder / 27.04.2017 / 06:00 / 7 / Seite ausdrucken

„Demokratie ist kein Sackhüpfen“

Die Kampagne „Demokratie leben!" der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) darf nicht unwidersprochen bleiben, klicken sie dazu den Videokommentar oben an. Die Antwort der Achse des Guten heißt „Demokratie lebt!". Warum ist dieser Widerspruch nötig? Weil die Ministerin scheinbar vergessen hat, was ihre Aufgabe ist. Eine gewählte Regierung muss doch qua Amt alles tun, um das demokratische Staatswesen zu erhalten. Volkserzieherische Kampagnen, die diese Aufgabe beim Bürger abladen, sind bislang eigentlich nur in Diktaturen üblich. Die Bürger brauchen keinen Demokratie-Vormund, sondern sie müssen mündig bleiben. Klicken Sie oben den Videokommentar an. Wovon unsere lebendige Demokratie lebt erfahren Sie hier.

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Leserpost (7)
Helmut Driesel / 27.04.2017

Na ja, derzeit ist ja Wahlkampf, und Wahlkampf ist schon so etwas wie Sackhüpfen oder Völkerball. Entscheidend ist, ob das ganze Theater mehr der Unterhaltung dient oder der Qualitätssicherung administrativer Entscheidungen. Ob es heute noch Punkte bringt, sich über die Wahlen in den früheren sozialistischen Staaten zu belustigen, bestreite ich. Diese Wahlen hatten eine ganz andere Funktion. Aber umgekehrt betrachtet ,würde ich es wirklich gut finden, wenn die heutige deutsche Regierung eine übergeordnete Strategie hätte, der man sich als Wähler entweder anschließen oder entgegentreten könnte. In diesem Aspekt waren die damaligen Diktaturen trotz aller Gestrigkeit ein Stück voraus. Hier auf der guten Achse wurde ja schon reichlich Karl Popper zelebriert. Unbefangen und unerschrocken ins Unbekannte voran gehen und so. Bedeutet das auch, tagtäglich mit denselben plumpen Floskeln beregnet zu werden? Es gibt eine Menge Leute, da hat Herr Broder recht, die wollen nichts weiter, als dass man ihnen nicht auf die Nerven geht. Das ist legitim. Aber es gibt auch eine Menge Leute, die wollen wissen, wo die Reise hingehen soll, bevor sie den Dampfer besteigen. Das ist vernünftig. Und gerade die Vernünftigen in diesem Lande sollte die Regierung nicht versuchen, an der Nase herum zu führen. Falls sich hier wieder mal Verhältnisse entwickeln, derer man sich schämen muss, dann bessert es die Situation nicht, wenn es gelebte Demokratie war, die diese Verhältnisse herbei geführt hat. Warum wird jetzt in den Medien so krampfhaft versucht, die Jugend darüber aufzuklären, wie die Diktatur in der DDR funktioniert hat? Auf den ersten Blick möchte ich doch glauben, das wäre heute völlig irelevant. Haben die Mächtigen etwa Angst, die unbelastete Jugend, die etwa einem Herrn Sanders aufmerksam zuhört, könnte sich zu fragen beginnen, warum das alles so frohen Mutes auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen wurde? Richtet die Regierung nun alle Hoffnung auf gut erzogene amerikanische Androide, wie sie vielleicht jeder unschlüssigen oder launischen Regierung in Zukunft zur Seite stehen?

Dietrich Martin Schilling / 27.04.2017

Aah, jetzt also “Demokratie für alle”. Kann sich noch jemand an den bescheuerten Spruch” Mindestlohn für alle” von irgendso einem SPD Freak erinnern?Nach ca.2 Wochen haben die, die den Spruch wie wild nachgeplappert haben,gemerkt wie blöd der Spruch war, ganz ohne Mediamarkt.Das nächste war “Ehe für alle”. Sind die linksgrünen jetzt eigentlich alle total Gaga? Wieso nicht “Abitur für alle”,“Freibier für alle”, alles für alle!

Heiko Jahn / 27.04.2017

Vielen Dank für diesen Kommentar. Und in der Tat: Ist es nicht schizophren, wenn unsere Regierung herausposaunt, die Demokratie lebe davon, dass alle mitmachen, aber gleichzeitig Volksentscheide scheut, wie der Teufel das Weihwasser? Da haben die Herrschaften wiederum Angst vor dem Volk, dem “großen Lümmel” (Heine) bzw. dem “Pack” (Gabriel).

Siegfried Duscha / 27.04.2017

Herr Broder, auf den Punkt gebracht.

Karla Kuhn / 27.04.2017

Guten Morgen Herr Broder und für alle Mitarbeiter der Achse. Ihr Video rettet mir den verregneten Tag.  Es ist ganz hervorragend wie Sie es sagen und vor allem, daß Sie das RICHTIGE sagen. KLASSE.  Eine Ministerin für Familie etc. hat sich doch in erster Linie um ihre vorgeschrieben Aufgaben zu kümmern, das ist ihr Job. Dazu gehört bestimmt nicht, Millionen auszugeben für irgendeinen Demokratieaufruf. Was mir absolut nicht in den Kopf will,  WARUM muß dieses “Demokratie leben”  überhaupt 100 (EINHUNDERT) Millionen kosten ? Und darf einen Ministerin überhaupt so ohne weiteres so viel STEUERGELDER dazu verwenden ??

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