Henryk M. Broder / 17.11.2010 / 00:05 / 0 / Seite ausdrucken

Das Wunder von Erlangen

“Mehr scheinen als sein” ist ein Motto, das sich im Milieu der “Israelkritiker” großer Beliebtheit erfreut. Da ist der Mundharmonikaspieler, der sich selbst zum Dr. promoviert hat; da ist die “gefühlte Jüdin” aus der Eifel; da ist die Hausfrau aus dem hinteren Kandertal, die als “Tochter” auftritt. Und da ist Frau Dr. Sabine Schiffer, die das “Institut für Medienverantwortung” gegründet hat, eine PR-Agentur für Islamismus mit menschlichem Antlitz. Sie möchte gerne eine wissenschaftliche Fachkraft sein. Aber wenn Frau Dr. Schiffer eine Wissenschaftlerin ist, dann ist der Juchtenkäfer eine Pyraustra purpuralis.

Bis gestern wurde sie auf der Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung als “Sprachwissenschaftlerin und Medienpädagogin” mit dem Zusatz “Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft” vorgestellt. Schauen Sie hier.
Dann fragte ein Leser der Achse bei der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach, ob “ob Frau Schiffer Mitarbeiterin der Germanistischen Sprachwissenschaft-Abteilung an der FAU ist” und wenn ja, “seit wann”. Worauf er umgehend die Antwort bekam, Frau Dr. Sabine Schiffer sei “keine Mitarbeiterin der Universität Erlangen-Nürnberg”. Und: “Ihr Institut für Medienverantwortung steht in keinem Bezug zur FAU.”

Worauf der Zusatz “Universität Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft” umgehend von der Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung verschwand. Schauen Sie hier.

Immerhin, Leiterin des “Instituts für Medienverantwortung” kann sich sie weiter nennen. Denn das ist ein ungeschützter Titel. Wie “Tochter”. Oder “Friedensaktivist”.

Siehe auch:
Das seltsame Institut der Sabine S.
http://www.ksta.de/html/artikel/1262688277997.shtml

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