Thomas Rietzschel / 16.02.2016 / 12:15 / 6 / Seite ausdrucken

Da hat Frau Petry noch mal Glück gehabt!

Günther Oettinger, 63 Jahre alt, EU-Kommissar und abgedankter Ministerpräsident von Baden-Württemberg, hat sein Innerstes nach außen gekehrt. „Wenn“, ließ er die Welt gestern wissen, „wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen“. 

Welche Ansage! Was, fragt man sich da, mag dem Mann insgeheim durch den Kopf gehen. Hat er überhaupt noch eine geladene Pistole? Und warum muss es unbedingt in der Nacht sein, wo er doch, wenn er denn mit Frauke Petry (41) verheiratet wäre, im Ehebett an der Seite seiner Gattin läge? Wäre es womöglich eine Übersprungshandlung nach einer Niederlage, die er nicht verwinden konnte?

Jetzt reicht es aber, sagen Sie? Wohl wahr. Wer so argumentiert, schlägt unter die Gürtellinie. Aber wir haben ja auch nur versucht, uns ein paar Zeilen lang auf das Niveau von Herrn Oettinger zu begeben, ganz nach unten, wo es miefig wird.

Ein gütiges Schicksal hat Frau Petry davor bewahrt, in einem solchen Mief aufzuwachen, an der Seite eines verschwitzten Gockels. 

PS. In der Trauerrede auf den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger im Jahre 2007 erhob Günther Oettinger den nationalsozialistischen Marinerichter und Mitverantwortlichen für vier Todesurteile zu einem „Gegner des NS-Regimes“. Erst vor wenigen Wochen, Anfang Januar, verlangte der EU-Kommissar Oettinger „Warschau unter Aufsicht“ zu stellen. Von mangelnder Zurechnungsfähigkeit mag sprechen, wer will. 

 

Leserpost (6)
Emma Wagner / 16.02.2016

Was hat diese Aussage nun für eine politische Argumentation? Herr O. findet Frau P. sexuell anscheinend nicht attraktiv. Solche eine Diskussionslinie findet man sonst nur in der Kneipe. Dort allerdings manchmal etwas derber. Belanglos.

Michael Lorenz / 16.02.2016

Und welche Partei war es nochmal, der dieser Herr angehört? Genau! So langsam werden das C, das D und das U in ihrer Zusammenstellung zu einer Art “Qualitätssiegel” wie die Zitrone bei Autotests. Übrigens: seit Errichtung des Brüsseler Molochs stimmt der Satz “Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient” nicht mehr, denn niemand hat diese Undemokraten da hingewählt. Ich für meinen Teil werde jedenfalls 2017 einen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert. Noch geht das!

Werner Schmidt / 16.02.2016

Wenn der komische Günther Oettinger mein Vater wäre, würde ich im Boden versinken.

Marc Welker / 16.02.2016

Den etablierten Politikern scheinen beim bloßen Zuruf der drei Buchstaben sämtliche Sicherungen im Oberstübchen durchzuknallen und sie verfallen kollektiv in eine Art Angstbeiß-Irrsinns-Modus. (K)ein gutes Zeichen?

Philipp Tremblau / 16.02.2016

Man könnte sagen, Oettinger sei unter sein Niveua gegangen, wenn das denn möglich wäre.

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