Gastautor / 05.01.2013 / 16:02 / 0 / Seite ausdrucken

Blinde zur Kasse!

Rupert Reiger

Auch fast Blinde müssen die neue Zwangsabgabe zahlen, zumindest zu einem Drittel. Das brachte Sozialverbände zuletzt auf die Palme, doch die ARD-Sender wollen reagieren – indem sie mehr Untertitel und Hörfilme ins Programm nehmen.

Seit Einführung des neuen Rundfunkbeitrags am 1. Januar sind Blinde und Gehörlose nicht mehr generell befreit. Nur Taubblinde und Empfänger von Blindenhilfe müssen auch künftig nicht zahlen. Dafür kündigten die Öffentlich-Rechtlichen mehr Untertitel und Hörfilme an. Allgemein rechnen die Gerichte schon jetzt mit einer Klagewelle.

40 Prozent sollen untertitelt ausgestrahlt werden
Der SWR kündigte an, schrittweise die Untertitel auf die Sportberichterstattung und weitere Sendungen auszuweiten. Ziel sei es, bis Ende des Jahres mehr als 40 Prozent des SWR-Fernsehprogramms untertitelt auszustrahlen. Nach Senderangaben wäre das doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.

Für das Erste können künftig das Wirtschaftsmagazin „Plusminus“ und die Samstagabend-Show „Verstehen Sie Spaß?“ mitgelesen werden, danach folgen „Report Mainz“ sowie Kinder- und Familiensendungen. Bisher untertitelte der SWR Sendungen wie die „Tatort“-Folgen, Ratgebersendungen und den „Weltspiegel“. (http://www.focus.de/kultur/kino_tv/streit-um-zwangsabgabe-fast-blinde-blechen-swr-plant-hoerfilme-und-untertitel_aid_892185.html)

Das ist ja schon mal ein interessantes Geschäftsmodell … und ausbaufähig.

Nachdem die Preise in einem Schaufenster im rechtlichen Sinne auch ein Angebot darstellen, auf welches das Geschäft eingehen muss wenn ein Käufer den Laden betritt und kaufen will, dann ist es hier so, dass jeder zahlen muss, auch derjenige der uninteressiert dran vorbei geht. Empfehle sichtbaren Aufdruck der Bankleitzahl als scanbaren Barcode und automatische Abbuchung. Die ausgepreisten Artikel muss er nicht abnehmen, auch nicht wenn er sie nicht nutzen kann.

Je mehr man drüber nachdenkt, um so phantastischer ergeben sich die Möglichkeiten aus diesem Geschäftsmodell, das heißt: Produzieren, anbieten und Zwangseinziehen vom Geld. In keinster Weise ist ein Abholen der angebotenen Leistung oder Ware nötig, ja die Zielgruppen können selbst unbefähigt sein die Leistung oder Ware wesentlich zu nutzen:

- Musik für Taube
- Schuhe für Amputierte
- Beamer für Blinde
- Prothesen und Antithesen für Moderatoren
- Bildung für Hirrnamputierte

Leserpost (0)

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir meist nur während der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen
Gastautor / 06.12.2016 / 15:30 / 0

Hurra, wir graben uns das eigene Grab!

Von Peter Schmidt. Nachdem die Flüchtlingswelle ins Land geschwappt war, dauerte es nicht lange, bis die ersten Unternehmen ihre Mitarbeiter aus Afghanistan oder Nordafrika im…/ mehr

Gastautor / 06.12.2016 / 06:10 / 0

Bloß keinen Marshallplan für Afrika!

Es ist ein mehr als 50 Jahre alter Irrtum zu glauben, wir könnten Entwicklungspolitik für Afrika machen. Ein Irrtum mit fatalen Folgen. Die Reichen und…/ mehr

Gastautor / 05.12.2016 / 06:29 / 7

Make Antiamerica great again!

Von Gunter Weißgerber. Endlich, endlich nach aufgezwungenen Schamjahren der sogenannten SED/MfS-Aufarbeitung ist es vollbracht. Endgültig vollbracht mit der Niederlage von Hillary Clinton. Endlich, endlich stimmen…/ mehr

Gastautor / 04.12.2016 / 11:15 / 6

Orientierungshilfe in der Parteienlandschaft

Von Gerald Wolf. Die Bezeichnung „rechtspopulistisch“ für die AfD ist den Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands zu einem fest gefügten Begriff geworden. Die Forderung nach einer…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com