Gunter Weißgerber / 14.07.2017 / 12:00 / Foto: M.I.Ulyanova / 7 / Seite ausdrucken

Überraschung: Lenin und Stalin hatten keine linke Gesinnung

Seit Tagen bewegt viele deutsche Meinungsbildner eine Frage: Ist der Schwarze Block nun links oder ist er nicht links? Der normale Menschenverstand sagt: Selbstverständlich ist diese Gewalttäter-Gruppe von linker Gesinnung. Ralf Stegner, ein Linker aus der SPD, meint: "Gewalttäter sind nicht links, sondern kriminell".  Also sind die Massenmörder Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot und deren Genossen Ulbricht und Honecker gar nicht links gewesen? Oder das einstige Linken-Idol Hugo Chavez mit seinem "bolivarischen Sozialismus", dessen Nachfolger Maduro aktuell über hundert getötete Demonstranten zu verantworten hat?

Doch, sie sind alle links, ebenso wie der Schwarze Block oder auch die mörderische RAF, von deren Kämpfern einige von der ach so linken DDR ausgebildet und geschützt wurden, zum Wohle des Weltfriedhofsfriedens kommunistischer Provenienz. Was wiederum wie der dreckige Deckel zum blutigem Topf passt.

Solange Linksextremisten noch keinen Staat besitzen, solange nutzen sie die Straße für Gewalttaten. Besitzen sie einen Staat, geben sie die Straße nicht mehr her. Wer nicht wie sie tickt, darf nicht demonstrieren und geht in den Knast oder endet auf dem Friedhof. Besitzen sie einen Staat, brauchen sie sogleich Mauer, Stacheldraht, Schießbefehl, eine politische Geheimpolizei, Zuchthäuser und Lager. Alles bekannt und schon vergessen?

Was ist das für ein verwirrter Mutbegriff?

Was in dieser Diskussion völlig untergeht, ist die Feigheit und die Hinterhältigkeit dieser Linksextremisten unter den Bedingungen der offenen Gesellschaft. Was ist das für ein verwirrter Mutbegriff, der Gewalttäter vermummt Steine auf Polizisten werfen lässt, die das Demonstrationsrecht für alle schützen? Wer gegen das Vermummungsverbot verstößt, ist ein Gesetzesbrecher. Punkt! Egal ob er/sie eine schlechte Kindheit oder eine böse Oma hatte oder einfach nur ein feiger Armleuchter ist, der/die sich tagsüber in den Villenvierteln der Eltern versteckt. 

In diesem Sinne waren auch alle Joschka Fischers der alten Bundesrepublik einfach nur feige. Sie mögen sich gewandelt haben, am Beispiel Fischer lässt sich diese Wandlung ausgezeichnet belegen, doch ihre gewalttätigen Ursprünge waren einfach nur hinterhältig und feige im Gegensatz zu den östlichen 68ern und 89ern Oppositionellen.

Der schwarze Block vermag Demokratien zu bewegen. An eine Diktatur würde er sich nicht herantrauen. Das geht nämlich mit Vermummung nicht. Soviel Mut muss sein!

Foto: M.I.Ulyanova via Wikimedia Commons
Leserpost (7)
Hubert Paluch / 14.07.2017

Meine persönliche Stichprobe gewaltbereiter “Linksextremisten” ist klein (ein Dutzend Autonome und Antifanten). Es fällt allerdings auf, dass alle diese jungen Männer, mit denen ich ein Gespräch führen konnte, im Beruf und in ihren privaten Beziehungen gescheitert sind.

Hermann Almani / 14.07.2017

soso, dann waren das wohl alles nationalsozialisten (die bekanntlich auch nicht links waren), oder gar ganz böse rechte neonazis? ui, wer hätte das gedacht. die geschichtsschreiber kommen doch immer wieder zu neuen, spannenden erkenntnissen ^^ vielleicht ist ein heilmittel gegen diese spinner nur ein mccarthy des 21. jahrhunderts?

Winfried Sautter / 14.07.2017

Etliche Rotfrontkämpfer haben sich nach 1933 das braune Hemd angezogen. Les extrêmes se touchent. Politische Gesinnung (veränderbar) statt Charakter und Anstand (hat man oder hat man nicht). Damals wie heute.

Wolfgang Lang / 14.07.2017

Hieß es nicht noch vor kurzem pathetisch: Gesicht zeigen! Ja warum denn nicht auch beim schwarzen Block? Versteht das noch einer?

Detlef Wilke / 14.07.2017

aber Herr Weißgerber, Lenin und Stalin waren doch gar nicht links, denn links und gewaltbereit schließen sich doch aus!

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