Ulrich Sahm, Gastautor / 16.07.2016 / 18:45 / 1 / Seite ausdrucken

Autounfälle auf palästinensische Art

Von Ulrich W. Sahm.

In Israel sind solche „Überfahr-Terrorattacken“ wie in Nizza seit Oktober 2015 immer wieder geschehen. Mehrfach fuhren extremistische Palästinenser mit ihren Autos in Gruppen von Soldaten oder Menschenansammlungen an Bus- oder Strassenbahnhaltestellen. In manchen Fällen stiegen sie aus, um die am Boden liegenden Verwundeten mit einem Messer oder mit einer Axt zu ermorden. Vor laufenden Sicherheitskameras wurden dann die Attentäter meist erschossen, von Sicherheitskräften oder bewaffneten Zivilisten.

Die palästinensische Autonomiebehörde, Menschenrechtsorganisation, die UNO und sogar fremde Regierungen verurteilten dann Israel wegen „aussergerichtlicher Hinrichtungen“, während die Anschläge als „Autounfälle“ dargestellt wurden. Ob Frankreich jetzt auch verurteilt wird, den schwerbewaffneten Attentäter am Steuer des Lastwagens erschossen zu haben, anstatt ihn zu verhaften? Wohl kaum. Wobei man annehmen kann, dass der Massenmörder diese Methode bei den Palästinensern in Israel abgeschaut hat.

Wenn sich in Israel solche Anschläge häufen, vermeiden es internationale Medien, von Terror zu reden. Die palästinensische Identität des Terroristen wird oft verschwiegen. Das Wort Terror ist, geht es um Anschläge der Palästinenser gegen Israel, tabu wird nur verwendet, wenn ähnliches im eigenen Land passiert, etwa in London, Madrid oder jetzt in Nizza.

Immer wieder werden sogar die Opfer in den Berichten unterschlagen. Vielmehr heisst es dann, dass mal wieder Israelis einen „unbewaffneten“ Palästinenser getötet hätten. Selbst mitten in Jerusalem überfahrene Babys oder erstochene Ultraorthodoxe nahe der Klagemauer oder am Damaskustor werden als „Siedler“ bezeichnet, womit die Schuldfrage im Handumdrehen gelöst ist. Den Palästinensern wird „Verzweiflung“ und „Leiden unter der Besatzung“ nachgesagt, selbst wenn die Attentäter – wie sich später herausstellt – aus wohlhabenden Familien stammten, gute Gehälter bei israelischen Firmen bezogen oder gar an israelischen Universitäten studierten.

Ein relativ neues Phänomen sind jugendliche Attentäter, manche nur 13 Jahre alt, Jungen wie Mädchen, die Streit zuhause haben, sich ein Küchenmesser greifen und losziehen, um „Juden abzustechen“. Solche Anschläge gelten als Versuch, Selbstmord zu begehen, um danach als „Schahid“ (Märtyrer) in der palästinensischen Gesellschaft hochgelobt und mit Denkmälern geehrt zu werden. Die Hinterbliebenen können zudem mit grosszügiger finanzieller Entschädigung durch die Autonomie-Behörde rechnen. Hier geht es zum Text.

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Leserpost (1)
Quincy / 16.07.2016

Dass unsere Qualitätsmedien nicht objektiv über solche Vorfälle berichten, ist ja längst kein Geheimnis mehr. Zumindest für die, die sich außerhalb von ARD und ZDF oder Spiegel oder Die Zeit informieren. Anders als in Deutschland sind die Israelis im öffentlichen Leben sehr aufmerksam und haben immer einen Blick dafür, wer hinter ihnen her geht oder wer in den Bus einsteigt. Treffen kann es einen überall. Selbst im Schlaf, wie er Fall der 13-jährigen Hallel Jaffa Ariel zeigt, die im Schlaf von einem 19-jährigen Palästinenser abgestochen wurde. Der erschossene Täter wurde in den palästinesischen Gebieten gefeiert, selbst seine Mutter ist stolz auf ihren toten Sohn. Nach dem Geisteszustand dieser Leute will man hier gar nicht fragen. Nizza zeigt eindringlich, dass auch in Europa jederzeit Aufmerksamkeit geboten ist. Die Anhänger der Friedensreligion sind sehr einfallsreich, wenn es darum geht, Ungläubige zu töten. Ich erwische mich seit neuestem dabei, wie ich aufpasse, dass in der S-Bahn hinter mir keiner der von Frau Merkel eingeladenen Personen sitzt. Bin ich islamophob? Vielleicht. Aber der nächste Fehler kann eventuell mein letzter sein.

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