Gastautor / 06.01.2013 / 00:01 / 0

Auch ein linker Schmock findet mal nen Korn

Nathan Gelbart

Er ist ein Kritiker fürs Feine und fürs Grobe, bearbeitet aber am liebsten ein Sujet: Israel.  Die Großmacht am östlichen Rand des Mittelmeers. Das Land, das die größte Gefahr für den Weltfrieden darstellt, bewohnt, nein: besiedelt von rachsüchtigen Orthodoxen. Der Staat, dem blutige Konflikte in anderen Regionen nutzen und der die US-Präsidentenwahl bestimmt. 

So wie unser Ex-Bundespräsident ein Problem mit der Wahrheit hatte, so hat Jakob Augstein ein klitzekleines Problem mit den Juden und ihrem Staat. Ganz anders dagegen sieht das Prof. Dr. Salomon Korn, Vizepräsident eines Rates (mit einem bescheidenen Zuschuss bundesdeutscher Steuerzahler von gerade einmal zehn Millionen Euro pro Jahr) zur Wahrung jüdischer Interessen in diesem Land. Nur mit bundesdeutschen Judenhassern nimmt es der Rat nicht so ernst, wenn sie nicht unter dem Label der NPD aktiv sind oder mit rechts gestrecktem Arm durch die Tucholskystraße in Berlin-Mitte marschieren.

Das Simon-Wiesenthal-Center, so Korn,  habe in Sachen Augstein nicht ordentlich recherchiert und sei mit seinem Sitz in Kalifornien ziemlich weit von der deutschen Wirklichkeit entfernt.  Zudem kenne es die deutschen Verhältnisse nicht und sei spärlich ausgestattet, wovon sich Korn immerhin höchstpersönlich überzeugen konnte. 

Recht hat er - die Institutsleitung hätte vor der Nominierung Augsteins als Nr.  Neun auf der Top-Ten-Liste der Antisemiten erstmal ein dreijähriges Studium an der ratseigenen Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg absolvieren und zudem die persönliche Genehmigung des Zentralrates einholen sollen. Denn deutsche Antisemiten sind eine ganz besondere Spezies, die hierfür ungeeignete Historiker und Gesellschaftswissenschaftler in Kalifornien nicht kennen und nicht erkennen können.

Sie genießen hierzulande zudem einen besonders guten Ruf als Israelkritiker. Den dazugehörigen Barcode bewahrt Prof. Dr. Salomon Korn auf – gut gehütet in seinem Safe und gleich neben dem Scheck von Wolfgang Schäuble.

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