Markus Vahlefeld / 09.09.2017 / 09:55 / 7 / Seite ausdrucken

Afrika kommt. So oder so.

In einem Bericht auf SPON "Die jungen Afrikaner kommen. So oder so" werden drei Wahrheiten benannt, die der offiziellen Meinungsdiktion, die auch der SPIEGEL nicht müde wird zu verbreiten, fundamental entgegenstehen:

1. In wenigen Jahren werden etwa 800 Millionen Menschen der Subsahara-Zone auf Arbeitssuche sein.

2. Wirtschaftlicher Aufschwung in dieser Zone wird weder kurzfristig noch mittelfristig die Auswanderungsbereitschaft dämpfen, im Gegenteil: wo der Wohlstand langsam steigt, steigt auch die Möglichkeit der Auswanderung.

3. Wir – meine Generation und die meiner Kinder – werden es nicht mehr erleben, dass der Wohlstand in Afrika so weit angestiegen ist, dass Migration unattraktiv erscheint.

Die Conclusio?

Auch wenn man der Diktion des Interviews, dass in all diesen Wanderungsbewegungen eine Frohe Botschaft an Riesenchancen steckt, nicht folgen mag, so wird doch deutlich, dass die Bevölkerungsentwicklung auf dem afrikanischen Kontinent verglichen mit dem Feinstaub auf deutschen Straßen oder der Klimaerwärmung das viel schwerwiegendere Zukunftsproblem sein wird. Das ahnen/wissen wir alle und das haben wir seit 2015 bereits zu spüren bekommen.

Aber während Diesel, Feinstaub und Hurrikans als Folge des Klimawandels hoch- und runterdekliniert werden, wird dieses riesengroße Zukunftsproblem im Wahlkampf noch nicht einmal thematisiert. Eine Gesellschaft aber, die sich weigert, die dringendste Zukunftsfrage in einem demokratischen Diskurs zu ventilieren, und die nicht daran arbeitet, Schleusen, Puffer und Verzögerungen einzubauen, wird von dieser Zukunft irgendwann überrollt werden.

Leserpost (7)
Wilfried Cremer / 09.09.2017

Die Bevölkerung am Niger, Kongo und Sambesi könnte sich verdreißigfachen und hätte noch nicht die Dichte derer am Indus, Ganges und Yangtsekiang. Überleben ist auch eine Frage der Mentalität, die sich ändern kann.

Detlef Wilke / 09.09.2017

Wie wahr: Eine Gesellschaft ... wird von dieser Zukunft irgendwann überrollt werden. Die heute über 70-Jährigen bekommen das aber nicht mehr mit. Deshalb sind deren Einschätzungen zu dem Thema auch tendenziell weniger ideologisch (egozentrisch) - denn sie haben weder einen Vorteil davon, noch müssen sie die Suppe auslöffeln. Übrigens glaube ich, daß die 800 Millionen-Zahl reichlich übertrieben ist. In offenen Systemen - die Außengrenzen der EU sind ja laut unseren politischen Experten nicht zu schützen - stellt sich ein Gleichgewicht ein, hier ein Gleichgewicht zwischen der Attraktivität Westeuropas und der der Herkunftsländer. Man kann da nur spekulieren, aber der Attraktivitätsvorteil des Zielkontinentes dürfte sich bereits bei Zuzug von 40 - 60 Millionen Migranten in Wohlgefallen auflösen. Die eigentliche Ursache des Migrationsdruckes, das exponentielle Bevölkerungswachstum, ist dann immer noch nicht beseitigt. Läuft alles nach den Regeln der Evolution ab. Die schert sich einen Teufel um Moral und Bigotterie von Generation Schneeflöckchen und läßt sich nur mit äußerster, zäher und unermüdlicher Anstrengung austricksen. Mal kurz in der Hängematte eingenickt und schon ist die Katastrophe da.

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