Fundstück / 04.01.2013 / 15:37 / 0

Alles auf Anfang: Was hat Augstein eigentlich geschrieben?

Die Debatte um die Liste des SWC dreht sich mittlerweile zumeist um Broder oder die angebliche Absurdität des Vorwurfs, der Verlger und Kolumnist Jakob Augstein benutze antisemitische Ressentiments in seinen Texten. Daher veröffentlichen wir noch einmal Zitate. http://www.publikative.org/2013/01/04/was-hat-augstein-eigentlich-geschrieben/

»Darauf spekuliert tatsächlich einer der wesentlichen Tricks von Antisemiten heute: sich als Verfolgte darzustellen; sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerungen des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben« (Adorno, a.a.O.). Daß die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, daß es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer. http://www.titanic-magazin.de/essay-augstein.html

Augstein wird bestreiten, ein Antisemit zu sein. Aber die phantasierte jüdische Weltherrschaft, die Weltkriegsgefahr, die Aufregung über eine Fiktion und die Gleichgültigkeit gegenüber realen Kriegen und Kriegstoten, die Insinuationen, daß Israel hinter dem Mohammed- Film, dem Krieg in Syrien und der iranischen Bombe stecke und die Toten in den innerarabischen Machtkämpfen zu verantworten habe, die Wiederholung der Lüge vom Juden, der aus dem Antisemitismus Profit schlage, diese ganze Sammlung perfider Projektionen zeigt eine Verblendung, die mit einer Kritik an Aspekten israelischer Politik nichts mehr zu tun hat. »Wenn der Bürger schon zugibt, daß der Antisemit im Unrecht ist, so will er wenigstens, daß auch das Opfer schuldig sei« (Adorno).  http://www.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/333.html

Die Deutschen kennen mal wieder keine Parteien mehr, sondern nur noch den angeblich gemeinsamen Außenfeind, diesmal amerikanische Juden, konkret das Simon-Wiesenthal-Zentrum, welches den Verleger und Hobbykolumnisten Jakob Augstein in die “Top-Ten-Liste” der schlimmsten Antisemiten 2012 aufgenommen hatte, und wenn die Deutschen parteiübergreifend zusammenrücken, will auch der Zentralrat der Juden in Deutschland nicht abseits stehen und bescheinigt daher Augstein, kein Antisemit zu sein. “Besser mit der Rotte heulen als Abseits zu stehen”, mag man sich beim Zentralrat denken, doch wie es die deutsche Mehrheitsgesellschaft Juden dankt, wenn die sich übereifrig an sie anbiedern, kann in jedem besseren Geschichtsbuch nachgelesen werden. http://lindwurm.wordpress.com/2013/01/04/augstein-moderner-antisemit/

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