Henryk M. Broder / 02.12.2012 / 14:17 / 0 / Seite ausdrucken

Wenn der Wahnsinn epidemisch wird…

... heisst er Vernunft. Neues aus der Offenen Anstalt

Je wahrscheinlicher das Euro-Aus wird, umso niedriger die Zinsen für deutsche Schuldner und umso höher die Kursgewinne für die Besitzer deutscher Aktien: Klingt wie Wahnsinn. Ist aber so. Wobei der Wahnsinn bei der Euro-Rettung ja längst Methode hat. Zum Beispiel lassen sich gute Gründe finden, Griechenland noch eine Chance, eine letzte, zu geben. Nur ist dieser Vorgang längst einer demokratischen Kontrolle, die den Namen verdient hätte, entzogen.
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article111751977/Wahnsinn-bei-der-Euro-Rettung-hat-laengst-Methode.html

Die Bundesregierung sieht in der Energiewende ein Generationenprojekt, der Umweltminister vergleicht es mit der Mondlandung und der deutschen Wiedervereinigung. Doch die Kanzlerin und ihre Koalition geraten wegen der Art, wie sie diese energiepolitische Revolution organisieren, immer stärker unter Druck. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ätzte jüngst, dass “jede Frittenbude in Deutschland besser gemanagt wird als diese Energiewende”. Die deutsche Wirtschaft mahnt eine professionelle Projektsteuerung an. http://www.welt.de/wirtschaft/article111755124/Die-energiepolitische-Revolution-wird-immer-teurer.html

Dann aber entscheidet sich Altmaier für den Angriff. Er sagt, die Generation Adenauer habe das Wirtschaftswunder gehabt, die Generation Kohl die deutsche Wiedervereinigung. Was seine Generation leisten könne, ihr Vermächtnis, das sei die Energiewende. “Ich verbinde mein politisches Schicksal damit, sie auf den richtigen Weg zu bringen.” http://www.welt.de/wirtschaft/article111755829/Der-alltaegliche-Irrsinn-der-deutschen-Energiewende.html

Allein der Betreiber Tennet muss zehn Windparks mit einer Kapazität von 5500 Megawatt in der Nordsee mit dem Land verbinden. Die Kosten dafür liegen bei rund sechs Milliarden Euro. Kommt es bei den Anschlussarbeiten zu Verzögerungen, können die Betreiber der Windparks Schadenersatz geltend machen. http://www.welt.de/politik/deutschland/article111685566/Verbraucher-zahlen-fuer-das-Risiko-der-Windenergie.html

Die deutschen Windparkbetreiber konnten vergangenes Jahr einen Rekordwert an Strom nicht einspeisen – wegen fehlender Netze. Die Kosten dafür muss erneut der Verbraucher tragen.
http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article111579394/407-Gigawattstunden-Strom-loesen-sich-in-Luft-auf.html

Mehr als 400 Gigawattstunden Ökostrom mussten demnach 2011 in den Wind geschrieben werden, weil es keine Leitungen für den Abtransport gab. Eine große Zahl Windparks wurde trotz frischer Brise vom Netz abgeklemmt, weil sich niemand um Transportkapazitäten gekümmert hatte. Zahlen muss der Verbraucher für den nicht gelieferten Windstrom trotzdem: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, ein staatlich verordneter Kaufzwang für Ökostrom, lässt den Bürgern da gar keine andere Wahl. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article111621719/Staat-zwingt-Buerger-zur-Oekostrom-Verschwendung.html

Aber es gibt auch gute Nachrichten:
Im Alltag offenbart Gertrud Steinbrück ihre grüne Seele vor allem bei Niesel- und Dauerregen. “Keine kurzen Fahrten mit dem Auto, immer mit dem Rad zur Schule”, lautet die Devise… Nie wird in der heimischen Gründerzeitvilla der Steinbrücks über 18 Grad Celsius geheizt, berichtet sie. Auch wenn sie nur kurz verreist, stöpselt sie den Drucker aus. All das wirkt streng und unnahbar. http://www.welt.de/politik/deutschland/article111750483/In-Steinbruecks-Villa-wird-nie-ueber-18-Grad-geheizt.html

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