Jennifer Nathalie Pyka / 01.12.2012 / 18:48 / 0

Den haben die Piraten beim Kielholen zu lange unter Wasser gelassen

Haben Sie schon mal was von Sebastian Hochwarth, Mitglied der Piratenpartei, gehört? Nein? Macht nichts, im Grunde muss man ihn nicht kennen. Es sei denn, Sie wollten schon immer mal wissen, wie man sich im Jahre 2012 selbst zum KZ-Opfer befördert. Das ist gar nicht schwer, Sie müssen sich dazu lediglich den Hochwarth’schen Blog zu Gemüte führen. Dort erfahren wir viel über ihn, den „Papa, Musiker, Pirat, Geocacher, Atheist, denkender (un)Mensch“ aus Ludwigshafen - noch mehr allerdings über den Kleinkrieg, den er schon seit geraumer Zeit gegen die Arbeitsagentur führt. Hochwarth, das muss man wissen, empfängt nämlich HartzIV und reüssiert dabei schon länger als hauptberufliches „Bebbing“-Opfer (= „Mobbing durch Behörden“, wie Hochwarth sein Schicksal beschreibt). Völlig am Boden, mit den Nerven am Ende, quasi „ganz unten“, reißt der wackere Pirat sich allerdings immer wieder hoch und fechtet seinen Feldzug gegen das „System“ erbittert aus. Schauen Sie mal:

„(Ich habe) einen zugegeben gewagten und bewusst provokanten Vergleich auf Twitter gepostet. Ich habe hierbei die ARGEn mit neuzeit KZs zur Vernichtung menschlicher Existenzen und die Mitarbeiter mit KZ Aufsehern verglichen. Es wurde mir vorgeworfen, dass ich die tatsächlichen Opfer der Nazis verunklimpfen würde. Wenn ich das getan haben sollte, so tut mir das wirklich Leid!!! (…) Mir wurde auch vorgeworfen, dass ich die Mitarbeiter der Arge generell als Nazis bezeichne. Nein das tue ich nicht! Darauf bezieht sich mein Vergleich nicht. Auch weiß ich dass es in den ARGEn immer wieder Mitarbeiter gibt, die versuchen Schlupflöcher zu finden, die den Menschen helfen. Sozusagen die Schindlers der ARGEn.“ [sic!] 

Doch da in seiner ARGE offenbar nur wenige „Schindlers“ unterwegs sind, muss „Sebi“ mittlerweile zu härteren Bandagen greifen. Was dem Piraten an Orthographie- und Geschichtskenntnis fehlt, gleicht er durch praktische Begabung wieder aus: „Für meinen nächsten Termin [A.d.R: beim Jobcenter] habe ich mir eben einen gelben Hartz IV Stern für an die Jacke gebastelt. Der bietet sich bei Schnellmaßnahmen auch als Zielscheibe an.“ Jawohl, eine grandiose Idee, die Sache mit dem Stern – dachte es offenbar ihn ihm, weshalb er sein neues Accessoire fleißig weiter verwertet, u.a. hier.

Kein Wunder also, dass der tapfere Pirat schlichtweg nicht zur Jobsuche kommt. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, sich in seinem Blog immer wieder neu als KZ-Opfer zu erfinden, betätigt er sich auch kreativ. „Arbeit macht frei – eine freundliche Empfehlung ihres Hartz 4 Sachbearbeiters“ ist beispielsweise eines der zahlreichen Produkte aus der Ideenschmiede Hochwarth; ebenso wie der „Goldene Kakerlaken Award für menschenverachtendes Verhalten“, den er, oh Wunder, natürlich an sein Jobcenter verliehen hat.

Klasse, nicht wahr? Knapp 70 Jahre und ein reduzierter Hartz-IV-Regelsatz reichen schon, um sich wie in der Gaskammer zu fühlen. Ein Antisemit? Aber nein! Schließlich hat sich der drangsalierte Pirat bei Twitter mittlerweile schon selbst „keine antisemitische Haltung“ attestiert

Also ein lupenreiner Nicht-Antisemit – und natürlich Pirat. Ist ja auch was Schönes.

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