Benny Peiser / 09.11.2012 / 09:05 / 0 / Seite ausdrucken

Iranischer Blogger Sattar Beheshti zu Tode gefoltert

Sein letzter Eintrag lautete: «Wir haben keine Angst… wir sind bis hierher gekommen und werden weitermachen, bis ihr uns umbringt oder bis wir euren Käfig der Ungerechtigkeit zerstören und frei sein werden.» Nun ist der iranische Blogger Sattar Beheshti, der sich für die freie Meinungsäusserung und Menschenrechte im Iran starkmachte, gestorben. Laut Berichten des unabhängigen Newsportals Kaleme.com soll der 35-jährige Aktivist während eines Gefängnisverhörs gestorben sein.

Letzte Woche war Sattar Beheshti im Haus seiner Eltern im südlichen Teil Teherans verhaftet und in das Kahrizak-Gefängnis gebracht worden. Laut eines Artikels des unabhängigen iranischen Journalisten Omid Habibinia auf Yourmiddleeast.com soll Beheshti bereits in letzter Zeit mehrere Todesdrohungen erhalten haben. Doch der Blogger habe sich nicht einschüchtern lassen («Ich werde nicht aufgeben, ich schreibe, was ich sehe und denke»).

Gestern, so Habibinia, habe die Gefängnisverwaltung Beheshtis Eltern über dessen Tod informiert. Heute soll ihnen die Leiche übergeben werden. Die offizielle Todeserklärung der Verwaltung lautet «Herzprobleme». Die Nachricht über Beheshtis Tod wurde gestern von mehreren iranischen Newsportalen verbreitet. Diese lassen keine Zweifel offen, dass der Blogger und Facebook-User an den Folgen massiver Folter gestorben ist. Dies berichtet Sahamnews.com. Zeugen hätten berichtet, dass Beheshti auf brutalste Weise gefoltert worden sei.

Obwohl Facebook im Iran blockiert ist, beschaffen sich Millionen von Iranern auf illegale Weise Zugang zur Social-Media-Plattform. Aus diesem Grund haben die Behörden eine Spezialeinheit ins Leben gerufen, die zur Überwachung des Internets dient. So ist der Tod Sattar Beheshtis auch kein Einzelfall. Im März 2009 verstarb der Blogger Omid Mir Sayafi im Evin-Gefängnis, Todesursache unbekannt, im Juni 2011 erlitt der Journalist Hoda Saber einen Herzanfall. Er war eine Woche davor in Hungerstreik getreten.

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