Henryk M. Broder / 27.10.2012 / 22:53 / 0 / Seite ausdrucken

Wer in Mecklenburg-Vorpommern als Philosoph anfängt, der muss als Minister enden

Es gibt Ereignisse, die rauschen einfach an einem vorbei. Ich habe nicht mitbekommen, dass Heidi Klum sich von ihrem Schmusesänger getrennt hat, ich hab erst mit großer Verspätung erfahren, dass es in Belgien wieder eine Regierung gibt, und als ich Johannes Ponader zum ersten Mal im Fernsehen sah, dachte ich: Nanu, ist denn jetzt schon Halloween?

Gestern habe ich gelesen, dass es seit Oktober 2011 eine neue Regierung in Mecklenburg-Vorpommern gibt und dass der neue Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mathias Brodkorb heißt. Der Name kam mir bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht einordnen. Also googelte ich ein wenig und - wurde fündig. Ich hatte mal einen Briefwechsel mit ihm, nachdem er mir einen Satz in den Mund gelegt hatte, den ich nie gesagt oder geschrieben habe. Schauen Sie hier.

Lustig, nicht wahr? So einer muss in Deutschland nicht den Hauptschulabschluss nachholen, er wird gleich Minister. Wenn ich diesen Vorgang aus meiner Sicht interpretieren darf, dann möchte ich sagen, es hat in Deutschland ein Paradigmenwechsel stattgefunden, der in der Tat singulär geprägt ist. Es scheint, als könnte jeder Dummschwätzer Minister werden, wenn er nur lange genug aufgrund seiner Ausbildung als Altphilologe und Philosoph jenseits der literalen Ebene Kaffeesatz-Wissenschaft betreibt. Ich meine das nicht expressis verbis, aber anders lässt sich ein solcher Vorgang nicht verstehen.

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